Jäger suchen bisher erfolglos nach dem Wolf.
Stuttgart – Stellen Sie sich vor, Sie suchen Ihren ausgebüxten Hund irgendwo in Stuttgart. Sie wissen aber nicht, wo er gerade herumstreunt. Er durchstreift die Stadt täglich über dutzende Kilometer, oft nachts – und scheu ist er noch dazu. Schwierig, oder?
So ungefähr geht es einem Team professioneller Jäger, das seit zwei Wochen das Revier eines Wolfs im Nordschwarzwald absucht. Es soll das zum Abschuss freigegebene Tier im Auftrag des Landes erlegen. Bislang ohne Erfolg.
Nun läuft dem Team und auch dem Umweltministerium langsam die Zeit davon. Denn die Abschussgenehmigung, die auch zwei Gerichte gegen Klagen von Tierschützern für rechtens erklärt haben, läuft zum 10. März ab. Offen ist noch, was danach passiert.
Das Umweltministerium hatte den Abschuss damit begründet, dass sich der Wolf mehrfach Hunden und damit auch Menschen genähert habe. Seit Anfang 2024 seien mehr als 180 Sichtungen gemeldet worden, heißt es in der Ausnahmegenehmigung. „Die Daten zeigen, dass die Entfernung zum Menschen bei diesen Begegnungen tendenziell geringer wird“, teilte das Ministerium weiter mit. Laut Studien finden Übergriffe von Wölfen auf Menschen–- neben Tollwut – aber vor allem dann statt, wenn sich die Tiere an Menschen gewöhnt haben.
Es beginne zudem ein „Wolfstourismus“, weil das Tier offenbar ein begehrtes Film- und Fotomotiv geworden sei. Der Wolf könne so die Scheu vor Menschen vollkommen verlieren – und gefährlich werden.
Die Gefahr, die vom Wolf ausgehen soll, sieht das Umweltministerium in Verbindung mit der Ranzzeit und hat dies auch in der von den Gerichten akzeptierten Genehmigung so begründet. Wie wahrscheinlich ist eine Verlängerung dieser Frist? Das Umweltministerium hält sich bislang zurück. Entschieden sei noch nichts, hieß es Ende der vergangenen Woche.