Sämtliche führenden Wetterorganisationen rechnen für heuer mit einem ausgeprägten El Niño, der zu großer Hitze und starker Trockenheit führen könnte. © Rungroj Yongrit
Paris – Wegen der globalen Erwärmung wurden immer neue Temperaturrekorde gemessen. Dieses Jahr könnte eine Rückkehr des Klimaphänomens El Niño zu einem zusätzlichen Anstieg der Temperaturen führen. Laut der Nationalen Ozean- und Atmosphärenbehörde der USA besteht eine 50- bis 60-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass sich zwischen Juli und September ein El Niño entwickelt. Auch die UNO rechnet in diesem Jahr mit einer Rückkehr von El Niño, die zu neuen globalen Temperaturrekorden beitragen könnte.
El Niño beginnt mit einer Abschwächung der Passatwinde, die im tropischen Pazifik von Ost nach West wehen. Diese Winde drücken üblicherweise warme Meeresströme in den Westen des Pazifiks an den asiatischen Küsten und halten sie dort, während kühleres Wasser vor den südamerikanischen Küsten bleibt. Die Abschwächung der Passatwinde führt dazu, dass das warme Wasser nicht mehr an der asiatischen Küste bleibt, sondern auf Äquator-Höhe den Osten des Pazifiks erreicht. Die Erwärmung der Wasseroberfläche verändert dann das Wetter und die Winde über dem Pazifik und wirkt sich in einem Domino-Effekt auf die Temperaturen und Niederschläge auch in anderen Erdregionen aus. Deswegen gehören die Jahre mit El Niño zu den heißesten Phasen auf der Erde. Ein El Niño ereignet sich alle zwei bis sieben Jahre. In Südostasien, Australien, im Süden Afrikas und im Norden Brasiliens führt er in der Regel zu mehr Trockenheit, am Horn von Afrika, im Süden der USA, oder auch im deutschen Winter werden mehr Niederschläge registriert.