Frauen nehmen mehr Vorsorgeuntersuchungen wahr. Das ist ein Grund, warum sie länger leben. © Hanschke/dpa
Wiesbaden – Zum Weltfrauentag am kommenden Sonntag hat das Statistische Bundesamt Zahlen zu Geschlechterunterschieden bei der Gesundheit veröffentlicht. Wir stellen sie vor und erklären, was den kleinen Unterschied bei Männern und Frauen ausmacht: Die häufigste Todesursache bei Frauen in Deutschland sind 2024 Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkt oder Vorhofflimmern gewesen. Gut ein Drittel (35,4 Prozent) der Todesfälle bei Frauen gingen darauf zurück. 178.742 Frauen starben daran. Bei den Männern wurden 160.470 Todesfälle verzeichnet – das sind 31,9 Prozent.
Herz-Kreislauf-Krankheiten zählten bei beiden Geschlechtern zu den häufigsten Gründen für einen stationären Krankenhausaufenthalt. 12,8 Prozent der Patientinnen und 16,9 Prozent der Patienten mussten deshalb in eine Klinik eingeliefert werden.
Weitere häufige Gründe für einen stationären Krankenhausaufenthalt bei Frauen waren Verletzungen und Vergiftungen sowie Schwangerschaft und Geburt. Bei Männern waren es Krankheiten des Verdauungssystems sowie Verletzungen und Vergiftungen.
Eine weitere häufige Todesursache im Jahr 2024 war Krebs. 21,1 Prozent der Todesfälle von Frauen und damit mehr als jeder fünfte ging darauf zurück. 106.774 Frauen starben daran. Bei Männern verursachte Krebs ein Viertel aller Todesfälle (24,6 Prozent), 123.618 Männer starben daran.
Demenz und neurodegenerative Erkrankungen – vor allem bei älteren Menschen – sind eine zunehmend häufige Todesursache, mit einem hohen Anteil bei Frauen, bedingt durch die längere Lebensdauer.
Die Lebenserwartung von Frauen betrug 2024 im Schnitt 83,5 Jahre und die von Männern 78,9 Jahre. Zurückzuführen sei die Differenz von 4,6 Jahren unter anderem auf unterschiedliches Gesundheitsverhalten, erklärte das Bundesamt und nannte als Beispiele Tabakkonsum und Ernährung. Auch unterschiedliche Arbeitsbedingungen spielten eine Rolle. In Bayern liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt für neugeborene Mädchen etwa bei 83,7 Jahren. Bei Buben sind es 79,3 Jahre.
Warum Frauen im Schnitt länger leben, hat vielfältige Gründe: Frauen gehen statistisch früher und regelmäßiger zu Vorsorgeuntersuchungen. Krankheiten werden daher oft früher erkannt. Zudem rauchen Männer häufiger, trinken mehr Alkohol und zeigen öfter riskantes Verhalten, zum Beispiel beim Sport und im Verkehr. Ein weiterer Grund sind die Hormone: Östrogene wirken bis zur Menopause schützend auf Herz und Gefäße. Männer erkranken deshalb im Schnitt früher an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch das Sozialverhalten wirkt sich auf die Lebenserwartung aus: Frauen verfügen häufig über stabilere soziale Netzwerke. Enge soziale Bindungen wirken sich nachweislich positiv auf die Gesundheit und das Stressniveau aus. Interessant ist übrigens: Der Abstand zwischen den Geschlechtern hat sich in den letzten Jahrzehnten etwas verringert – vor allem, weil sich Lebensgewohnheiten zwischen Männern und Frauen immer mehr angleichen.