Die Hauptstadt Havanna wurde ins Dunkel gestürzt. © AFP
Havanna – Auf Kuba sind erneut Millionen Menschen ohne Strom. Ursache sei eine Störung im größten Wärmekraftwerk des Landes östlich der Hauptstadt Havanna, teilte der Stromversorger der sozialistischen Karibikinsel am Mittwoch (Ortszeit) mit. Dadurch sei die Versorgung zwischen den Provinzen Pinar del Río im Westen und Camagüey im Osten nahezu komplett zusammengebrochen. Auch die Hauptstadt Havanna ist demnach betroffen. Die Reparaturarbeiten könnten drei Tage dauern, hieß es weiter. Die Störung sei im unteren Teil eines Kessels festgestellt worden, dort sei ein Rohr geborsten.
Stromausfälle kommen auf der bei Touristen beliebten Insel häufig vor. Große Teile der veralteten Infrastruktur sind in schlechtem Zustand. Immer wieder gehen deshalb Kraftwerke vom Netz und müssen notdürftig repariert werden. Die Regierung führt die Krise auf das seit mehr als 60 Jahren bestehende Handelsembargo der USA zurück. Die US-Botschaft warnte vor erheblichen Beeinträchtigungen, da der Ausfall auch die Wasserversorgung und die Kommunikationsnetze betreffe.
Verschärft hat sich die Lage im Zuge der jüngsten Spannungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten. Seit Dezember erhält das Land kein Öl mehr aus Venezuela, da US-Präsident Donald Trump eine vollständige Blockade für sanktionierte Öltanker mit Lieferungen aus dem südamerikanischen Bruderstaat anordnete. Kuba ist auf Öl zur Stromversorgung angewiesen. Trump drohte zudem mit Zöllen gegen Kubas Öllieferanten. Daraufhin stellte Mexiko, zuletzt Kubas größter Ölversorger, seine Lieferungen ein. Mittlerweile hat Washington angekündigt, aus humanitären Gründen bestimmte Sanktionen zu lockern.