Bus-Inferno war Brandstiftung

von Redaktion

Schweiz: Psychisch Kranker zündet sich an und reißt fünf Menschen mit in den Tod

Eine junge Frau legt Blumen zum Gedenken an die Opfer des Bus-Infernos nieder. © Fabrice Coffrini/AFP

Videos in den Sozialen Netzwerken zeigen, wie der Bus in der Mitte Feuer fing. © X

Das völlig ausgebrannte Wrack des Busses steht in der Schweizer Gemeinde Kerzers. © KANTONSPOLIZEI FREIBURG

Kerzers – Nur wenige Monate nach dem tödlichen Brand in einer Bar in der Schweiz wird das Land von einem weiteren Inferno erschüttert. Bei einem Feuer in einem Linienbus starben nach Angaben der Polizei in Kerzers im Kanton Freiburg sechs Menschen, fünf Menschen wurden verletzt. Augenzeugen sprachen von einem Mann, der sich am Dienstagabend in dem Bus angezündet habe. Die Kantonspolizei Freiburg sagte dazu vorerst nur so viel: Es werde eine vorsätzliche Tat vermutet. Es lägen keine Anhaltspunkte für einen terroristischen Hintergrund vor. Nach Erkenntnissen der Behörden hatte der mutmaßliche Täter wohl psychische Probleme. Der Schweizer wurde als Person beschrieben, die am Rande der Gesellschaft lebte, sagte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft. Der etwa 60-Jährige sei mit Säcken in den Bus eingestiegen und habe sich nach Angaben von Zeugen eigenartig verhalten, sagte der Staatsanwalt. Plötzlich habe sich der Mann mit einer entflammbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet.

Schweizer Medien wie „Blick“ und „20 Minuten“ verbreiten Augenzeugen-Videos von dem Inferno. Die Aufnahmen sind beklemmend. Eines der Videos zeigt, wie der Bus an einem Zebrastreifen in Kerzers steht. Zunächst steigt dunkler Rauch aus dem Fahrzeug in den Abendhimmel. Dann flackern auch Flammen auf.

„Alles ging so schnell – und dann stand binnen Augenblicken alles in Flammen“, sagte ein Zeuge, dessen Autowerkstatt unweit des Unglücksortes liegt. „Von der Hitze explodierten sogar die Reifen und flogen bis zu 200 Meter weit“, erzählte er der Zeitung „Blick“. Ein Rentner, der neben dem Brandort im Zentrum von Kerzers wohnt, schilderte gegenüber „Blick“, dass ein Mann mit einem Stein eine Scheibe des Busses eingeschlagen habe. Kurz darauf habe sich jemand aus dem Fahrzeug befreien können. „Das ist einfach nur schlimm und traurig“, sagte er.

Die Opfer des verheerenden Busbrandes in der Schweiz stammen alle aus der Region. Wie die Polizei weiter berichtete, werde die genaue Identität der sechs Toten voraussichtlich im Laufe des Nachmittags mitgeteilt, sobald die Angehörigen informiert worden seien.

Fünf weitere Personen, darunter ein Sanitäter, wurden verletzt, zwei davon schwer. Der Bus gehört dem Unternehmen Postauto, das in der Schweiz vor allem ländliche Gebiete verbindet. Der Bus verkehrte auf einer Strecke zwischen den zwei kleinen Gemeinden Düdingen und Kerzers. „Die Gemeindebehörde von Kerzers bekundet ihre Betroffenheit mit den Familien und Angehörigen der Opfer“, hieß es auf der offiziellen Homepage des Ortes. Die Gemeinde mit knapp 5600 Einwohnern liegt in einem der wichtigsten Gemüseanbau-Gebiete der Schweiz.

Die Politik reagierte entsetzt. Im etwa 26 Kilometer entfernten Bern gedachten beide Kammern des Parlaments der Todesopfer. „Wie aus dem Nichts nimmt eine alltägliche Situation eine unvorstellbare Wende, vielleicht auf dem Heimweg von der Arbeit oder von der Schule“, sagte Stefan Engler, der Präsident des Ständerates.

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