Judith Holofernes, Ex-Sängerin von „Wir sind Helden“.
Tritt ab: Spitzenkoch René Redzepi. © Lonkhuijsen/dpa
Das von ihm mitbegründete „Noma“-Restaurant in Kopenhagen ist bei Feinschmeckern in aller Welt bekannt – nun hat der dänische Küchenchef René Redzepi angesichts von Gewaltvorwürfen seinen Rückzug erklärt. „Nach mehr als zwei Jahrzehnten, in denen ich dieses Restaurant aufgebaut und geleitet habe, habe ich beschlossen, mich zurückzuziehen“, sagte der 48-Jährige sichtlich bewegt am Donnerstag in einem auf Instagram veröffentlichten Video. Zugleich entschuldigte er sich bei seinen Mitarbeitern. Redzepi reagierte damit auf Veröffentlichungen der „New York Times“, in der frühere „Noma“-Mitarbeiter über körperliche und phsychische Misshandlungen in dem dänischen Spitzenrestaurant berichteten. Dabei ging es unter anderem um körperliche Gewalt und öffentliche Demütigungen. Die Zeitung befragte nach eigenen Angaben 35 ehemalige Mitarbeiter über die Zeit zwischen 2009 und 2017. „Ich habe daran gearbeitet, ein besserer Chef zu sein, und ‚Noma‘ hat über viele Jahre große Schritte unternommen, um die Kultur zu verändern“, sagte Redzepi nun. „Ich erkenne aber an, dass diese Veränderungen die Vergangenheit nicht wiedergutmachen.“ Zuletzt hatten sich die Vorwürfe gehäuft: Ein früherer Mitarbeiter erklärte im Februar auf Instagram: „,Noma‘ ist keine Geschichte der Innovation. Es ist die Geschichte eines Verrückten, der eine Kultur der Angst, des Missbrauchs und der Ausbeutung schuf.“
Die ehemalige Frontfrau der Band „Wir sind Helden“ („Nur ein Wort“, „Denkmal“), Judith Holofernes, kann nicht mehr singen. „Ich musste meine Solokarriere, die ich auch sehr geliebt habe, sozusagen abbrechen“, sagte sie in der ZDF-Sendung „Volle Kanne“. Sie könne nicht mehr mit ihrer Stimme arbeiten. Es handle sich wahrscheinlich um eine neurologische Stimmstörung, die sie 2017 entwickelt habe, so Holofernes. Es sei dabei ungeklärt, ob sie diese mit einer Hirnhautentzündung zusammenhängt, die sie wahrscheinlich im selben Jahr gehabt habe. Sie habe bereits alles Mögliche gemacht und versuche, dran zu bleiben, habe sich inzwischen aber auch entspannt und versuche „nicht zu krampfen“, sagte die 49-Jährige. Sie ist inzwischen vor allem als Autorin tätig.