Der Papst öffnet im Mai die versiegelte Wohnung.
Wohnungsbesichtigung im Apostolischen Palast: einer der Räume vor der Renovierung. © Vatican Media (2)
Rom – Zehn Monate nach seiner Wahl zum Papst ist Leo XIV. in die päpstliche Wohnung im Apostolischen Palast eingezogen. Die päpstliche Dienstwohnung im Apostolischen Palast hoch über dem Petersplatz stand seit 2013 leer, weil Papst Franziskus das vatikanische Gästehaus Santa Marta als Wohnort bevorzugte. Dort belegte er eine komplette Etage, was dem Zeitungsbericht zufolge monatliche Kosten von etwa 200.000 Euro verursachte.
Die eigentliche Papstwohnung befand sich unterdessen in einem heruntergekommenen Zustand, mit Schimmel und erheblichen Wasserschäden, berichtet die Tageszeitung „Il Messaggero“. Die Restaurierungsarbeiten seien auch deshalb kompliziert gewesen, weil es sich um einen Renaissancepalast handelt. Zudem habe man die völlig veralteten Wasser- und Elektroleitungen austauschen müssen. Geleitet und überwacht habe die Arbeiten Schwester Raffaela Petrini, die Regierungschefin des Vatikanstaates.
Nach seiner Wahl am 8. Mai 2025 blieb Papst Leo XIV. vorläufig in seiner Kardinalswohnung im Gebäude der vatikanischen Glaubensbehörde, das sich auf italienischem Staatsgebiet befindet. Nach dem Umzug in den Apostolischen Palast soll er in der dortigen Mansarden-Etage gleich unter dem Dach wohnen. Seine Mitbewohner werden demnach die beiden Privatsekretäre Marco Billeri und Edgard Ivan Rimacuya sein. Einige Ordensfrauen werden sich voraussichtlich um den Haushalt kümmern. Zu den Neuerungen in der Papstwohnung gehöre auch ein Raum mit Fitnessgeräten.
Papst Leo nutzte bislang auch etwa einmal wöchentlich die päpstliche Residenz in Castel Gandolfo. Montags zieht er sich gerne für eine Nacht in die Unterkunft in den Albaner Bergen, rund 30 Kilometer südöstlich von Rom, zurück. Die dortige Residenz wurde von vielen Päpsten als Sommerresidenz genutzt. Leos Vorgänger Franziskus hatte auch darauf verzichtet. Laut dem Nachrichtenportal Vatican News war Pius X. (1903–1914) der erste Papst, der in der Wohnung im Apostolischen Palast einzog. Die Wohnung besteht aus mehreren Räumen, darunter eine Bibliothek und eine private kleine Kapelle, außerdem das private Arbeitszimmer des Papstes, von dessen Fenster das Kirchenoberhaupt sonntags mit den Gläubigen auf dem Petersplatz den Angelus betet.