Psychische Belastung der Jugend auf Rekordhoch

von Redaktion

Smartphones werden für viele zur Sucht. © Elisa Schu/dpa

Kempten/Konstanz – Nach Erkenntnissen der Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“ erreicht die psychische Belastung von jungen Menschen zwischen 14 und 29 Jahren einen neuen Höchststand. Fast jeder dritte befragte Jugendliche (29 Prozent) gab an, das Gefühl zu haben, eine psychische Behandlung zu benötigen, heißt es in der Studie, die am Mittwoch vorgestellt wurde. Im Vorjahr waren es noch knapp ein Viertel (24 Prozent). Noch höher ist der Wert bei jungen Frauen (34 Prozent), Studierenden (32 Prozent) und Erwerbslosen (42 Prozent).

Auffällig ist: 60 Prozent der jungen Menschen weisen eine suchtähnliche Handynutzung auf. Außerdem lassen sich ein Drittel der Befragten bei persönlichen Problemen von einer Künstlichen Intelligenz wie ChatGPT beraten. Die größten Sorgen der jungen Generation sind Krieg in Europa und in Nahost (62 Prozent) und Inflation (53 Prozent). Für die Hälfte ist teurer oder knapper Wohnraum Grund zur Sorge und fast die Hälfte (48 Prozent) hat Angst vor der Spaltung der Gesellschaft. Die Folgen sind enorm: „Mit 21 Prozent plant jede fünfte junge Person konkret, Deutschland zu verlassen, um im Ausland bessere Lebensbedingungen zu finden“, erklärt Autor Kilian Hampel von der Universität Konstanz.

Trotz der schwierigen Lage bleibt die Leistungsbereitschaft der jungen Generation hoch. Die große Mehrheit ist bereit, zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig wachsen jedoch Zweifel, ob sich Leistung in Deutschland noch lohnt.

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