Tiere, die die Welt bewegten

von Redaktion

Die Geschichte des Buckelwals in der Ostsee berührt viele Menschen

Pop-Star Cher setzte sich jahrelang für die Rettung des einsamen Elefanten ein. © SHAHZAD/EPA

Makaken-Baby Punch war so einsam, dass es sich mit einem Plüsch-Affen tröstete. © Yamazaki/AFP

Für den Buckelwal in der Ostsee wird es langsam eng. Er wurde mittlerweile Timmy genannt – nach seiner ersten Strandung am Timmendorfer Strand. © MANZ/AFP

Hamburg – Sie werden über Nacht zu Stars und die Nation fiebert mit: Ob der Buckelwal vor Timmendorfer Strand, Eisbär Knut oder Krake Paul – tierische Schicksale bewegen die Menschen. Jeder kleinste Schritt wird über Wochen oder Monate verfolgt. „Tiergeschichten sind einfach – man muss nicht nach dem Warum fragen, man hat eine grundlegende Sympathie, für die es keine weitere Recherche braucht“, erklärt der Philosoph Kai Denker. Süße Kulleraugen, schlaue Tricks oder Hilflosigkeit: Immer wieder gab es in den vergangenen Jahrzehnten Tiere in Deutschland, die so eine riesige Aufmerksamkeit auf sich zogen – bis der Hype plötzlich wieder verebbte. Erinnerungen an einige tierische Lieblinge:

Eisbär Knut: Der 2006 im Berliner Zoo geborene Eisbär Knut wurde als knuddeliges Tierbaby zum Medienliebling. Nachdem er von der Mutter verstoßen worden war, zog ihn ein Tierpfleger mit der Flasche auf. Die Bilder, wie der tapsig-flauschige Mini-Knut bei seinem ersten Auftritt 2007 die kleine Tatze wie zum Gruß hob, gingen um die Welt. Mehr als elf Millionen Besucher sahen Knut beim Aufwachsen zu. 2011 starb er an den Folgen einer Gehirnentzündung. Auch dieses Video ging viral.

Affe Punch: Millionen Menschen weltweit rührt derzeit das Schicksal von Punch. Das Affenbaby aus einem Zoo nahe Tokio wurde nach seiner Geburt von der Mutter verstoßen. Aufnahmen, die zeigen, wie sich der kleine Makake verzweifelt an ein Stofftier klammert, verbreiteten sich rasant im Netz. Inzwischen hat sich Punch gut entwickelt: Er tobt durchs Gehege, frisst „wie ein Scheunendrescher“ und sucht die Nähe zu einem älteren Tier, an das er sich schmiegt. Millionen verfolgen gerührt, wie aus der tragischen Geschichte eine schöne wird.

Elefant Kaavan: Ein besonders bewegendes Kapitel schrieb auch Kaavan, der lange als „einsamster Elefant der Welt“ galt. Jahrzehntelang lebte er allein in einem Zoo in Pakistan, nachdem seine Partnerin gestorben war. Bilder seines apathischen Verhaltens gingen um die Welt und lösten eine internationale Kampagne aus, die auch von Pop-Legende Cher unterstützt wurde. Die US-Sängerin wurde 2016 auf Kaavans Schicksal aufmerksam, startete die Kampagne #SaveKaavan und setzte sich jahrelang für seine Befreiung ein. Sie begleitete die Umsiedlung und sang sogar für ihn. 2020 wurde Kaavan schließlich auch mit ihrer Hilfe gerettet und in ein Schutzgebiet nach Kambodscha gebracht, wo er heute ein artgerechtes Leben führt.

Beluga Moby Dick: Zu einer wahren Berühmtheit wurde ein Beluga vor 60 Jahren in Deutschland: Das etwa vier Meter lange Tier schwamm den Rhein hinauf bis nach Bonn und bekam den Namen Moby Dick. Die Menschen standen in Scharen am Flussufer, um den Besucher aus der Arktis zu sehen. „Während der rund vier Wochen im Fluss verlor Moby Dick sein strahlendes Weiß. Nach mehreren Kehrtwendungen erreichte er wieder die Nordsee.

Wal Keiko: Ein besonders bewegendes Kapitel schrieb auch der Orca Keiko. Als Star des Films „Free Willy“ wurde er weltweit bekannt – und zugleich zum Symbol für das Leid von Tieren in Gefangenschaft. Nach massiver Kritik an seinen Haltungsbedingungen startete eine aufwendige Rettungsaktion: Keiko wurde in Island auf ein Leben in Freiheit vorbereitet und später tatsächlich ausgewildert. Doch der erhoffte Neuanfang missglückte. Der Orca suchte immer wieder die Nähe von Menschen, fand keinen Anschluss an wilde Artgenossen. 2003 starb er.CJM/DPA

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