Der Wal war zuletzt sehr schwach. © Müller/dpa
Wismar/Schwerin – Der Buckelwal, der sich vor Wismar im flachen Wasser der Ostsee befindet, soll heute noch einmal zum Wegschwimmen angeregt werden. Der Wasserstand soll im Laufe des Nachmittags wieder um etwa 30 Zentimeter ansteigen, teilte das Deutsche Meeresmuseum mit. Dann wolle das Expertenteam vor Ort versuchen, den Wal nochmals zu animieren. „Dies erfolgt durch Klatschen mit dem Paddel auf das Wasser, da der Wal keinesfalls berührt werden sollte“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums. „Der Wal ist sehr geschwächt. Die Atemfrequenz hat sich verlangsamt und die Haut weist Sekundärinfektionen auf.“
Der Buckelwal war in der vergangenen Woche zunächst auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand gestrandet. Von dort wurde er befreit. Wenig später setzte er vor Wismar erneut auf, schwamm sich aber zunächst frei. Kurz danach tauchte er in der Nähe wieder auf und liegt seitdem dort in etwa zwei Meter tiefem Wasser. Der Gesundheitszustand des 12 bis 15 Meter langen Wals ist den Experten zufolge nicht gut.
Es sei aber auch nach einer Befreiung aus eigener Kraft nicht klar, ob der Wal dann überhaupt den Weg zurück in die Nordsee finden würde. Dazu sagte Meeresschutz-Expertin Franziska Saalmann von der Organisation Greenpeace im ZDF-Morgenmagazin „Moma“: „Wir wissen nicht genau, was für Krankheiten er eventuell hat. Und ob und inwiefern seine Orientierung und sein Allgemeinzustand so sehr geschwächt sind, dass er jetzt auch durch menschliche Einflüsse und die verbliebenen Netzreste, die er noch im Maul hat, so geschwächt ist, dass er einfach nicht richtig klarkommt und sich noch einmal verirrt.“ Der Wal müsse dringend die Ostsee verlassen.