Der Countdown zum Mond läuft

von Redaktion

„Artemis 2“: Start der bemannten Umrundung steht bevor – Mittwoch geplant

Der Mond wartet auf Besuch von der Erde. © Lott/dpa

Die Crew: Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen (v. li.). © Dittrich/dpa

Washington – Mit der „Artemis 2“-Mission der US-Raumfahrtbehörde Nasa sollen erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert wieder Menschen in die Nähe des Mondes fliegen. Nach zahlreichen Verzögerungen wegen technischer Probleme ist der frühestmögliche Start nun für den 1. April 2026 um 18.24 Uhr Ortszeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida geplant. Das entspricht 00.24 Uhr am 2. April in Deutschland. Das Startfenster beträgt zwei Stunden.

Wer soll fliegen? Die Crew der „Artemis 2“-Mission besteht aus der US-Astronautin Christina Koch (47), ihren US-Kollegen Victor Glover (49) und Reid Wiseman (50) und dem kanadischen Raumfahrer Jeremy Hansen (50).

Wie soll der Flug genau ablaufen? Mit der Rakete „Space Launch System“ sollen die vier Astronauten an Bord der „Orion“-Kapsel vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abheben. Der Flugverlauf ähnelt zu einem großen Teil einer Acht um Erde und Mond. Nach etwa zehn Tagen soll die Kapsel wieder im Meer auf der Erde aufkommen. Die vier Astronauten sollen insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. Am weitesten Punkt sollen sie sich etwa 370.000 Kilometer von der Erde entfernt und etwa 7500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite des Mondes befinden. Von dort aus können sie dann Erde und Mond gleichzeitig sehen.

Was machen die Astronauten währenddessen in der „Orion“-Kapsel? Die „Orion“-Kapsel fliegt größtenteils vollautomatisch. Zu Testzwecken werden die Astronauten sie aber immer wieder auch manuell steuern. Zudem müssen sie stets alle Systeme und auch ihren eigenen Gesundheitszustand überprüfen. Auch Fotos und Analysen von Erde und Mond gehören zu ihren Aufgaben. Schlafen sollen sie in an der Wand befestigten Schlafsäcken. Reinigen können sie sich unter anderem mit Feuchttüchern, Flüssigseife, Waschlappen sowie Zahnbürsten und Zahnpasta. Es gibt ein eigenes Klo mit Tür. Das Essen ist ähnlich dem auf der ISS, nur noch etwas limitierter.

Wie soll es danach mit dem „Artemis“-Programm weitergehen? Der neue Nasa-Chef Jared Isaacman hat die „Artemis“-Pläne gerade komplett umgeschmissen. Die Mission „Artemis 3“, mit der ursprünglich frühestens 2028 eine Crew auf dem Mond landen sollte, soll nun bereits im kommenden Jahr starten, aber nicht auf dem Mond landen. Zudem solle es dann 2028 möglicherweise sogar gleich zwei Mondlandungsversuche geben – „Artemis 4“ und „Artemis 5“. Außerdem werde eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond anvisiert.

Was kostet das Ganze? 2021 hatte der damalige Generalinspekteur der Nasa geschätzt, dass die Kosten für das „Artemis“-Programm bis 2025 auf 86 Milliarden Dollar steigen würden, deutlich mehr als anfangs veranschlagt. Es sei die „ehrgeizigste und teuerste Aktivität“ der Nasa, hieß es.

Warum will die Nasa Menschen zurück zum Mond schicken? „Für wissenschaftliche Entdeckungen, wirtschaftlichen Nutzen und um eine neue Generation von Entdeckern zu inspirieren“ heißt es dazu offiziell von der Nasa. Zudem sei die Rückkehr zum Mond auch eine Art Sprungbrett auf dem Weg zum Mars.

Wer macht bei „Artemis“ noch mit – ist Europa auch dabei? Die Nasa stemmt das „Artemis“-Programm nicht alleine. Viele private Raumfahrtunternehmen sind involviert – darunter beispielsweise auch Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos und SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk. Zudem gibt es internationale Partner, vor allem die Raumfahrtprogramme von Kanada, Japan, den Vereinigten Arabischen Emiraten – und die europäische Raumfahrtbehörde Esa. Die Esa steuert unter anderem ein im Bremer Airbus-Werk gefertigtes Servicemodul für die „Orion“-Kapsel bei.

Darf denn auch ein Deutscher bald mitfliegen? Die Chancen stehen nicht schlecht. Esa-Chef Josef Aschbacher hatte vor Kurzem verkündet, dass Deutschland als erstes Land an der Reihe sei, wenn es um Esa-Astronauten für Mond-Missionen gehe. Wer genau das sein könnte, ist noch nicht entschieden. Die deutschen Esa-Astronauten Alexander Gerst (49) und Matthias Maurer (56) haben beide betont, wie gerne sie zum Mond fliegen würden. Wer das Rennen macht? Das bleibt abzuwarten. »BLICKPUNKT

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