Saarbrücken – Im Mordprozess um einen erschossenen Polizisten im Saarland ist der Angeklagte von den Mordvorwürfen freigesprochen und stattdessen wegen besonders schweren Raubes verurteilt worden. Der Deutsche Ahmet G. werde unbefristet in einer Psychiatrie untergebracht, sagte Richterin Jennifer Klingelhöfer am Mittwoch.
„Er war beim Überfall in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich vermindert“, begründete die Richterin. Ein Gerichtsgutachter hatte dem jungen Mann wegen einer schizophrenen Erkrankung eine eingeschränkte Schuldfähigkeit attestiert.
Ahmet G. hatte am 21. August 2025 nach einem Tankstellenüberfall in Völklingen einem Polizeianwärter die Dienstwaffe entrissen und einen Polizeioberkommissar mit sechs Schüssen getötet. Der Angeklagte feuerte demnach das gesamte Magazin auch auf weitere Polizisten ab, bis er selbst mit Schüssen gestoppt wurde.
Das Urteil fiel für viele Prozessbeobachter überraschend aus und sorgte für heftige Reaktionen. Zuschauer sprachen von einem Skandal.