Siegburg – Inmitten der Oster-Reisewelle hat ein Mann am Donnerstagabend in einem ICE in Nordrhein-Westfalen mit einem Anschlag gedroht und Böller explodieren lassen. Der 20-jährige Deutsche aus Aachen soll in dem Zug von dort nach Frankfurt pyrotechnische Gegenstände geworfen und kleine Explosionen ausgelöst haben, so die Polizei Siegburg.
Zwölf Fahrgäste wurden bei dem Vorfall leicht verletzt. Eine Passagierin erlitt vermutlich ein Knalltrauma. Sie wurde demnach in ein Bonner Krankenhaus gebracht, kurze Zeit später aber wieder entlassen. Eine Sprecherin der Bundespolizei sprach nach einer ersten Lageeinschätzung auch von „leichten, oberflächlichen Hautverletzungen“ bei Betroffenen. Die meisten Fahrgäste in dem Zug kamen kurz vor Ostern aber mit dem Schrecken davon.
Der Mann habe mit einem Anschlag gedroht und ein Messer im Rucksack gehabt, so die Bundespolizei. Bei Durchsuchungen fanden die Beamten ein weiteres Messer sowie zwei frei verkäufliche Rauchkörper und eine Maske. Laut „Bild“ kündigte der Mann an, mit einem Messer möglichst viele Menschen töten zu wollen. Mitreisende reagierten daraufhin entschlossen: Sie sperrten den mutmaßlichen Täter noch während der Fahrt in einer Zugtoilette ein und hielten ihn dort bis zur Ankunft in Siegburg fest.
Der Staatsschutz der Polizei Bonn übernahm am Freitag die Ermittlungen. Weitere Auskünfte zu den möglichen Hintergründen der Tat gab eine Sprecherin der Polizei zunächst nicht. Die „Bild“ berichtete, dass der Tatverdächtige den Behörden bereits vor der Tat bekannt gewesen sein soll. Er soll demnach ein polizeibekannter Rechtsextremist sein. Der 20-jährige Deutsche blieb am Tag nach der Tat zunächst in Polizeigewahrsam.