Politischer Kreuzweg an Karfreitag

von Redaktion

Vor dem Kreuzweg: Papst Leo bei der Feier der Passion des Herrn im Petersdom. © dpa

Vatikanstadt – Papst Leo XIV. klagt an: Mord, Folter, Vertreibung, Menschenhandel und Armut. Die Texte zum diesjährigen Kreuzweg am Kolosseum beschäftigen sich mit Formen des Leids, denen Menschen ausgesetzt sind. Dazu zählen auch die Verwüstung durch Kriege, Massaker und Völkermorde, der Zynismus herrischer Menschen und Gleichgültigkeit.

Am Karfreitag veröffentlichte der Vatikan die Meditationen der 14 Kreuzwegstationen, die am Abend vorgetragen werden sollten. Verfasst hat sie in diesem Jahr der Franziskaner Francesco Patton, der lange eine kirchliche Führungsposition im Nahen Osten innehatte.

Er ergänzt die Bibeltexte zum Leiden und Sterben Jesu mit Auszügen aus den Schriften seines Ordensgründers, des heiligen Franz von Assisi. Die Meditationen bauen Brücken in die heutige Zeit, erinnern an menschliches Leid und enthalten Forderungen nach mehr Respekt vor der Menschenwürde.

Die Texte sollten am Freitag ab 21 Uhr an den 14 Kreuzwegstationen am römischen Kolosseum vorgetragen werden. Papst Leo XIV. wollte über den gesamten Weg das hölzerne Kreuz tragen. „Auch ich trage all dieses Leid im Gebet und möchte alle Menschen guten Willens einladen, gemeinsam diesen Weg zu gehen und zu suchen, wie auch wir Friedensbotschafter sein können“, begründete er seine Entscheidung.

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