Haft statt Luxusurlaub: Mafiaboss gefasst

von Redaktion

Vietri sul Mare – Aus dem geplanten Luxus-Wochenende über Ostern an der italienischen Amalfiküste ist für einen der meistgesuchten mutmaßlichen Mafiabosse ein Aufenthalt im Gefängnis geworden. Der 48 Jahre alte Roberto Mazzarella wurde im Urlauberort Vietri sul Mare am Mittelmeer festgenommen, wo er sich mit seiner Familie in einer Ferienvilla eingemietet hatte. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft. Dem mutmaßlichen Chef des Mazzarella-Clans aus Neapel werden mehrere Auftragsmorde zur Last gelegt. Auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher des Innenministeriums stand er auf Platz vier. In Italien ist die organisierte Kriminalität mit ihren verzweigten Sippen weitverbreitet. Der mutmaßliche Mafiaboss hielt sich mit seiner Frau und zwei Kindern in dem Resort auf. Die Übernachtung kostet dort 1000 Euro.

Der Mazzarella-Clan gilt als eine der einflussreichsten Familien der Camorra in Neapel. Groß wurde sie nach Angaben von Experten mit dem Schmuggel von Zigaretten übers Mittelmeer sowie dem Drogenhandel. Die Camorra zeichnet sich durch eine dezentrale Struktur aus vielen Clans aus, die seit Jahrzehnten verbrecherisch unterwegs sind. International aktiver ist die ’Ndrangheta, die weiter im Süden beheimatet ist.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni lobte die Festnahme. Sie sprach von einem „klaren Signal, dass der Staat sich nicht zurückzieht“. Gegen Italiens Politik gibt es immer wieder Vorwürfe, zu wenig gegen die Mafia zu unternehmen oder gar mit ihr verstrickt zu sein.

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