Auch Jane Fonda unterzeichnete den Brief. © Pizzello/dpa
Los Angeles – Die Mega-Fusion der beiden US-Filmkonzerne Paramount Skydance und Warner Bros. stößt in Hollywood auf Widerstand: Mehr als tausend Filmschaffende unterzeichneten einen offenen Brief gegen die geplante Warner-Übernahme durch Paramount. Die Fusion verstärke die Konzentration in der Unterhaltungsbranche weiter, es gäbe dann nur noch vier große US-Filmstudios, heißt es in dem offenen Brief. „Zunehmend bestimmt eine kleine Zahl mächtiger Akteure, was produziert wird – und zu welchen Bedingungen“, hieß es in einem Brief, unter dem etwa Hollywood-Größen wie Jane Fonda, Javier Bardem, Ben Stiller und weitere als Unterstützer aufgeführt waren.
Die Folgen wären dem Schreiben zufolge „weniger Möglichkeiten für Kreative, weniger Jobs rund um das Produktions-Ökosystem, höhere Kosten und weniger Auswahl für das Publikum in den USA und weltweit“. Paramount Skydance will für 111 Milliarden Dollar (94,8 Milliarden Euro) Warner Bros. übernehmen, das unter anderem Kassenschlager wie die „Harry Potter“- und „Herr der Ringe“-Filme sowie die Erfolgsserie „Game of Thrones“ produziert hat. Das Übernahmeangebot umfasst auch die zu Warner Bros. gehörenden Fernsehsender, darunter der Nachrichtensender CNN.
Die Beschäftigten in der Filmbranche fürchten, dass der Zusammenschluss von zwei großen Filmstudios zu umfassenden Sparmaßnahmen führt, zumal Paramount Skydance einen sehr hohen Kaufpreis gegenfinanzieren muss. Dies dürfte sich nicht nur auf Schauspieler und Regisseure, sondern auch auf die zahlreichen anderen Menschen auswirken, die an Filmen mitwirken wie Masken- und Bühnenbildner, Fahrer, Caterer oder Floristen.
Die Unterzeichner des Protestbriefs beklagen, dass wegen vorheriger Fusionen die Zahl der produzierten Filme bereits deutlich zurückgegangen sei. Zugleich verwiesen sie auf die politische Dimension der geplanten Fusion. „Wettbewerb ist wesentlich für eine gesunde Wirtschaft und eine gesunde Demokratie“, heißt es in dem offenen Brief. Dies gelte auch für seine Regulierung.
In dem Bieter-Wettkampf um Warner Bros. hat Paramount Skydance den Streamingdienst Netflix überboten. Es wird davon ausgegangen, dass US-Präsident Donald Trump die Übernahme durch Paramount Skydance unterstützt. Dessen Chef David Ellison sowie dessen Vater Larry Ellison, seinerseits Chef des Softwareanbieters Oracle, sind Unterstützer des republikanischen Präsidenten.