Ellwangen – Weil sie ihren krebskranken Ehemann getötet hat, ist eine 79-Jährige vom Landgericht Ellwangen zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Die Kammer sprach die Seniorin des heimtückischen Mordes schuldig. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Deutsche mit einem Küchenmesser mehr als 40 Mal auf den 84-Jährigen eingestochen hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Der Anklage nach verletzte die Seniorin ihren Ehemann unter anderem an Kopf, Schulter, Armen, Händen und am Oberschenkel. Der Angriff spielte sich ab, während der Mann unter Medikamenteneinfluss schlief. Er ist laut Staatsanwaltschaft aufgrund von zwei Stichen in den Hals verblutet. Danach versuchte die Seniorin, sich selbst zu töten.
Nach Auffassung des Gerichts war die Seniorin zum Tatzeitpunkt vermindert schuldfähig, weil sie unter einer Depression litt. Daher sei keine lebenslange Haftstrafe in Betracht gekommen. An der Tatsache, dass es sich um einen geplanten Mord gehandelt habe, ändere dies nichts, sagte der Vorsitzende Richter. Und angesichts der Zahl der Messerstiche könne man auch von einer gewissen Brutalität sprechen. Es sei ein sehr außergewöhnlicher Fall, der selten sei.