Der Krimi um Timmy

von Redaktion

Privater Rettungseinsatz für gestrandeten Buckelwal ist angelaufen

Mediamarkt-Gründer Walter Gunz. © SCHMIDBAUER/Imago

Helfer haben sich gestern Mittag im hüfttiefen Wasser dem Buckelwal genähert. © Dulian/dpa

Der Sand unter dem Wal soll entfernt und das Tier dann mit Luftkissen angehoben werden. Dann wird eine Plane unter ihn geschoben. © dpa-infografik

Poel – Vielleicht ist es Timmys letzte Chance: Die Rettungsaktion für den gestrandeten Wal vor der Ostsee-Insel Poel hat begonnen. Sechs Helfer waren mittags im hüfttiefen Wasser bei dem Buckelwal. Unter anderem spritzten sie mit den Händen Wasser auf ihn. Ehe sie sich wieder entfernten, legten sie eine Art Tuch auf das Tier.

Die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern hatten am Mittwoch eine private Rettungsmission genehmigt. Danach soll versucht werden, Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll zuvor Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal soll auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und in die Nordsee beziehungsweise in den Atlantik transportiert werden. Ein Schlepper soll die Pontons ziehen. Das Material dafür war gestern Nachmittag am Einsatzort eingetroffen. Beginnen soll die Aktion heute.

Umgesetzt werden soll das Konzept von einer privaten Initiative, die für die Aktion laut Umweltministerium die Verantwortung trägt. Ohne die von ihm mitfanzierte Aktion werde der Wal in jedem Fall sterben, hatte Mediamarkt-Gründer Walter Gunz gesagt. „Wenn man was versucht, dann hat man zumindest die Chance, dass man ihn rettet.“

Hinter dem Konzept stehen neben Gunz die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die aus dem Pferdesport bekannt ist. „Wir haben keine Chance, aber wir ergreifen sie“, sagte die Unternehmerin. Sie wüssten, dass der Rettungsversuch letal ausgehen könne. „Aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Dann sei das die Natur. „Aber dieser Zustand jetzt ist für ganz Deutschland, für Menschen mit Empathie und Herz, unerträglich anzusehen.“

Zuvor sah alles danach aus, dass die Reise des Wals vor der Insel Poel enden würde. Experten hatten erklärt, dem kranken und geschwächten Tier könne nicht sinnvoll geholfen werden. Die Verantwortung für die neue Aktion liege komplett bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell. „Die haben unser Haus komplett freigestellt.“ Das Deutsche Meeresmuseum, das bislang eng in die Bewertung der Lage des Wals eingebunden war, hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass es „nicht in die Vorbereitungen der aktuell geplanten Lebendbergung des Buckelwals vor Poel einbezogen wurde“. Auch das gesamte Konzept liege dem Museum nicht vor.

Die Situation des Wals hatte zuletzt für starke Emotionen gesorgt. Von Anfeindungen und sogar Morddrohungen gegen Beteiligte war die Rede.

Backhaus geht von weiteren künftigen Wal-Strandungen an deutschen Küsten aus. „Der nächste Wal kommt bestimmt“, sagte er vor Beginn der neuen Rettungsaktion für den Buckelwal. Er verwies auf einen Beluga-Wal, der vor Flensburg gesichtet worden sei. „Das heißt, wir werden uns mit dem Thema weiter auseinandersetzen müssen.“

Für den Umgang mit künftigen Strandungen forderte Backhaus eine überregionale Koordination. Dafür gebe es mit dem Havariekommando, das vom Bund und den Küstenländern für Schiffsunglücke gebildet wurde, eine geeignete Einheit, sagte er auf Poel, wie im Livestream von News5 zu sehen war. Das Kommando habe Wissenschaftler und Technik verfügbar.

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