Berlin – Limos in bunten Flaschen, Wurst oder Chips in Tierform und gesüßter Joghurt mit beliebten Filmmotiven – in den Supermarktregalen gibt es viele Fertigprodukte, die besonders für Kinder und Jugendliche verlockend wirken. Doch oft sind diese auch besonders ungesund. Welche Folgen könnte das für Kinder haben, wenn diese schon früh im Leben regelmäßig zum Fertigsnack greifen?
Das Hauptproblem ist aus Sicht des Berliner Kinder- und Jugendmediziners Frank Jochum vom Evangelischen Waldkrankenhaus Spandau, dass diese Lebensmittel eine hohe Energiedichte haben und Zusatzstoffe und Aromen diese gleichzeitig sehr schmackhaft machen. „Da passiert es eben schnell, dass man mehr isst, als man Hunger hat.“ Dazu trägt nach Angaben von Experten bei, dass viele dieser Lebensmittel nicht lange gekaut werden müssen, sodass man innerhalb kurzer Zeit viele Kalorien zu sich nimmt.
Wer regelmäßig zu viele dieser Lebensmittel isst, kann also dick werden. Jeder vierte junge Mensch zwischen 5 und 19 Jahren in Deutschland ist laut Unicef übergewichtig, acht Prozent gelten sogar als adipös. Unicef sieht die allgegenwärtige Präsenz stark verarbeiteter Lebensmittel als einen der Gründe für die gestiegene Zahl fettleibiger Kinder an.
Für Kinder hat Übergewicht noch eine viel größere Dimension als für Erwachsene, betont Jochum. „Denn bei den Kindern kommt im Vergleich zu den Erwachsenen eine weitere Komponente hinzu, nämlich die Beeinträchtigung von Wachstum und Entwicklung.“ Wer Übergewicht hat, bewegt sich meist weniger. „Wenn ein Kind sich regelmäßig nicht ausreichend bewegt, dann wird dadurch auch die Entwicklung gestört“, so Jochum. Die motorische und die neurologische Entwicklung werde weniger angeregt, auch die intellektuelle und die psychische Entwicklung können leiden.