So steuert Google unsere Alltags-Entscheidungen

von Redaktion

Google-Bewertungen beeinflussen uns stark. © Dulian/dpa

München/Köln – Wo gehen Menschen einkaufen, ins Restaurant oder buchen eine Dienstleistung? Das hängt offenbar zunehmend von Bewertungen ab, die auf Google Maps einsehbar sind: Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der „Süddeutschen Zeitung Dossier“. Jüngere orientieren sich demnach besonders häufig an diesen Bewertungen; zwölf Prozent nutzen die Plattform nach eigenen Angaben gar nicht. Demnach treffen 13 Prozent der Befragten häufig und weitere 6 Prozent sehr häufig pro Woche Konsumentscheidungen auf Basis von Bewertungen. 24 Prozent tun dies manchmal, 27 Prozent selten. 18 Prozent greifen nie darauf zurück. Insgesamt ist die Nutzung der Plattform hoch, wie es weiter heißt – auch in höheren Altersgruppen: So geben nur 13 Prozent der 60- bis 69-Jährigen an, die Anwendung nicht zu verwenden.

Besonders stark ist der Einfluss der App indes bei jüngeren Menschen. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen entscheiden 23 Prozent nach eigenen Worten häufig und 9 Prozent sehr häufig auf Basis von Google-Bewertungen. Weitere 28 Prozent tun dies manchmal. Bei den über 70-Jährigen sind es dagegen 7 beziehungsweise 3 Prozent, während 32 Prozent angeben, nur selten auf Bewertungen zurückzugreifen.

„Google Maps ist zur Suchmaschine für die analoge Welt geworden“, sagte Digital-Experte Mathias Großklaus der Zeitung. Die Plattform zeige indes „keine neutrale Abbildung der Welt, sondern Konsumorte“. Viele Unternehmen seien davon abhängig, auf der Karte sichtbar zu sein – ob Handwerksbetrieb, Arztpraxis oder Taxiunternehmen. Der US-Konzern Google verdiene daran und verfüge in vielen Bereichen über bessere Planungsdaten als Behörden.

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