Auch in der Stadt sind Bäume wichtig. © Charisius/dpa
Freising – Stadtbäume machen Beton- und Asphaltwüsten optisch gleich ein wenig netter. Doch nicht nur das – ein Baum, ob er nun in der Stadt, im Wald, auf der Streuobstwiese oder am Rand einer Landstraße steht, leistet auch einen großen Beitrag zum Klima- und Artenschutz. Ein Überblick zum „Tag des Baumes“ an diesem Samstag.
„Wälder speichern langfristig Kohlenstoff in der Biomasse der Bäume, aber auch im Totholz und im Mineralboden“, schreibt die bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising. Wie viel je Baum genau gespeichert wird, ist abhängig von vielen Faktoren, etwa dem Klima, der Größe, der Art und davon, wo er steht.
Die LWF weist darauf hin, dass oft fälschlicherweise vermutet werde, Bäume speicherten direkt das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2), das sie der Atmosphäre entziehen. Bäume verwenden für den Biomasseaufbau jedoch lediglich den Kohlenstoff (C) und setzen den Sauerstoff (O2) wieder frei, erklärt es.
„Wälder sind weltweit eine wichtige Kohlenstoffsenke“, schreibt das Thünen-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei. Ihre Fähigkeit, als eine solche Senke zu wirken, also Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu ziehen und zu speichern, sei beispielsweise in der EU jedoch in den vergangenen Jahren geringer geworden, schreibt das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung mit Verweis auf eine Studie im Journal „Nature“.
So sei die durchschnittliche Kohlenstoffaufnahme der Wälder pro Jahr in der EU im Zeitraum 2020 bis 2022 im Vergleich zu 2010 bis 2014 um etwa 27 Prozent zurückgegangen. „Ursächlich sind vermehrte Holzernte zur Energiegewinnung und die diversen Folgen des Klimawandels, von Hitze und Dürre bis zu Schädlingsbefall, Stürmen und Waldbränden.“
Auch in der Stadt haben Bäume wichtige Funktionen – etwa als Schattenspender. Die Krone einer 60-jährigen Platane kann knapp 19 Meter breit werden, die einer Kastanie immerhin 11,2 Meter, wie es in einem Leitfaden für Stadtbäume der Technischen Universität München heißt.
Wissenschaftler haben dort noch weitere Vorteile aufgelistet – etwa dass Bäume Schadstoffe aus der Luft filtern und die Luftqualität dadurch verbessern. Oder dass sie den Regenwasserabfluss nach Starkregen vermindern, „indem sie das Regenwasser in ihrer Krone auffangen und die Versickerung des in den Boden infiltrierten Wassers verlangsamen“. Dadurch verringere sich das Risiko von lokalen Überschwemmungen durch die Überlastung der Kanalisation.
In der Sommerhitze können Bäume eine Art natürliche Klimaanlage sein – vor allem durch Verdunstung.