Poldi mit seiner Ehefrau Uschi © Tigner/API
Bei der Mille Miglia am Start: Poldi & Carl Gustaf von Schweden 2003. © api
Kennen sich gut und lang: Poldi mit Königin Silvia von Schweden (v.li.), Carl-Gustav und Prinzessin Viktoria von Schweden. © Imago Stock
München/Stockholm – Wenn Carl XVI. Gustaf am heutigen Donnerstag zum eleganten Gala-Dinner anlässlich seines 80. Geburtstags mit gekrönten Häuptern aus aller Welt bittet, dann sitzt er ganz in der Nähe: Leopold Prinz von Bayern, volkstümlich Poldi genannt. Denn der König und der Prinz sind beste Freunde. Seit Teenagertagen gehen sie durch dick und dünn, teilen die Liebe zu schnellen Autos und stehen immer parat, wenn es gilt, sich gegenseitig zu unterstützen.
„Ich war 13 Jahre alt und Carl Gustaf 16, als wir uns zum ersten Mal begegneten“, erinnert sich Poldi von Bayern im Gespräch mit dem Merkur. Das war 1961, bei der Hochzeit von Carls Schwester Brigitta von Schweden, die Poldis Onkel, Johann Georg von Hohenzollern (ehemaliger Leiter der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen) ehelichte.
Seit diesem Tag sind Carl und Poldi verwandt. Und Poldi nahm Carl mit zur legendären Mille Miglia nach Italien, raste mit ihm über die Rennstrecken der Welt. Und er war unmittelbar Zeuge, als der schwedische König seine große Liebe traf – in München bei den Olympischen Spielen 1972. „Ich war dabei, als es zwischen Carl und Silvia funkte“, sagte Poldi einmal in einem Interview. „Was für eine wunderschöne und charismatische junge Persönlichkeit“, erinnert sich der heute 82-Jährige. Er versuchte auch die beiden vor neugierigen Blicken zu schützen, als der zukünftige König seine Angebetete zum Tanzen ausführte. Schließlich wurde aus Silvia Sommerlath, der schönen Hostess und Dolmetscherin bei den Münchner Spielen mit ihren langen schwarzen Haaren, Königin Silvia von Schweden. Sie hält immer noch Kontakt nach München. Erst 2023 eröffnete sie in Großhadern das Childhood-Haus für Kinder und Jugendliche, die Opfer von Missbrauch und Gewalt geworden sind.
Poldi, der mit vollem Namen übrigens Leopold Rupprecht Ludwig Ferdinand Adalbert Friedrich Prinz von Bayern heißt, reist natürlich mit Ehefrau Uschi von Bayern an und sagt: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem König feiern dürfen.“ Logieren werden sie allerdings nicht im Schloss, sondern in einem noblen Stadthotel in Stockholm. Im Gepäck: „Mein Frack mit Orden“. Und noch einen Anzug fürs Defilee, für den Gottesdienst, für den privaten Besuch. Uschi von Bayern trägt am Abend ein langes Abendkleid, tagsüber reicht Kostüm.
Die Bayerns sind auch eng mit den royalen Kindern, die alle mehrsprachig sind. Trotzdem: „Mit dem König spreche ich Englisch, mit den Kindern auch, mit Silvia meist Deutsch“, so Poldi. Und was bringt er als Geschenk mit? Früher, als die Regeln bei Flugreisen noch nicht so streng waren, nahm Poldi immer eine Kühltasche mit – gefüllt mit Weißwürsten, mit süßem Senf und Brezn. Heute hat er vor allem Glückwünsche im Gepäck: „Ich wünsche dem König zu seinem Geburtstag viel Glück, Kraft und Gesundheit. Damit er noch lange als König regieren kann“, so Poldi.MARIA ZSOLNAY