Über 50 haben Verheiratete seltener Krebs. © Mauritius
Miami – Die Ehe kann gegen Krebserkrankungen schützen. Eine neue Studie der University of Miami Miller School of Medicine zeigt jetzt: Bei unverheirateten oder nie verheirateten Erwachsenen steigt das Risiko für gleich mehrere Krebsarten deutlich an – besonders wenn sie älter als 50 sind.
Das Team um den Krebsepidemiologen Dr. Paulo Pinheiro hatte mehr als vier Millionen bösartige Krebsfälle bei amerikanischen Erwachsenen über 30 analysiert. Die Patienten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: In die eine kamen verheiratete, geschiedene und verwitwete Menschen, in die andere alle Personen, die nie verheiratet waren. Das Ergebnis, das vom Fachjournal „Cancer Research Communications“ veröffentlicht wurde, überraschte in seiner Deutlichkeit die Forscher.
Ehe-Muffel wiesen insgesamt deutlich höhere Krebsraten auf als ihre verheirateten, geschiedenen oder verwitweten Mitmenschen. Dabei erkrankten nie verheiratete Männer rund 70 Prozent häufiger an Krebs, während unverheiratete Frauen auf ein etwa 85 Prozent höheres Krebsrisiko kamen. Bei manchen Krebs-Arten fiel der Ehe-Unterschied besonders stark aus: Nie verheiratete Männer hatten etwa ein fünffach höheres Risiko für Analkrebs als verheiratete Männer. Nie verheiratete Frauen wiesen fast dreimal so hohe Raten von Gebärmutterhalskrebs auf.
Für Dr. Pinheiro deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass soziale Faktoren wie der Familienstand wichtige Marker für das Krebsrisiko sein könnten. Die neue Erkenntnis bedeutet aber nicht, dass Heiraten Krebs verhindert oder Menschen heiraten müssen, um sich zu schützen, erläuterte Dr. Frank Benedo, Mit-Autor der Studie. „Es bedeutet vielmehr: Wer nicht verheiratet ist oder es war, sollte besonders auf Krebsrisikofaktoren achten, empfohlene Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen und gesundheitlich auf dem neuesten Stand bleiben.“
Auch andere Studien stützen den Zusammenhang: Analysen im Fachjournal „Journal of Clinical Oncology“ sowie eine Metastudie der Harvard T.H. Chan School of Public Health zeigen, dass Verheiratete häufiger Vorsorge nutzen, Therapien konsequenter einhalten und insgesamt geringere Sterblichkeitsraten aufweisen.CTH