Frischzellenkur für den Gardasee

von Redaktion

Naturereignis bringt Sauerstoff auf den Grund des beliebten italienischen Gewässers

Der Gardasee wurde durch starke Winde erstmals seit 20 Jahren durchmischt. © Bihlmayer/IMAGO

Bozen – Der Gardasee im Norden Italiens ist Anfang April zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder vollständig durchmischt worden. Dabei gelangte sauerstoffreiches Oberflächenwasser bis an den Grund des Gardasees in 270 Metern Tiefe, während nährstoffreiches Tiefenwasser nach oben stieg, berichteten italienische Medien am Wochenende. Kräftiger Nordwind Anfang April über dem Trentino machte es möglich.

Aufgezeichnet hatte die Daten eine Multiparametersonde der regionalen Umweltschutzbehörde, die in der Gemeinde Riva del Garda steht. In einem Meter Tiefe wurde am 1. April um 6 Uhr eine Temperatur von 9,45 Grad Celsius gemessen. Fast exakt die gleiche Temperatur wurde laut Berichten am 24. Februar in 270 Metern Tiefe ermittelt. Demnach sei der Sauerstoffgehalt dort um etwa ein Drittel gestiegen.

Die Durchmischung gilt als zentral für das Ökosystem des Sees. Tiefere Schichten werden mit Sauerstoff angereichert, während am Grund abgelagerte Nährstoffe und Spurenelemente wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden. Dass es seltener zu einer vollständigen Durchmischung kommt, ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern eine Folge des Klimawandels.

Dem Bodensee, Deutschlands größtem See, war das in diesem Winter nicht gelungen, wie Umweltexperten Anfang April in Stuttgart mitteilten. Im achten Jahr in Folge kam kein Sauerstoff auf dem Grund des Sees an.

Der Lago di Garda ist der größte See Italiens und misst eine Fläche von rund 370 Quadratkilometern. Er liegt am Fuße der Alpen und ist ein beliebtes Urlaubsziel für Wanderer und Wassersportler.

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