Das Palisades-Feuer von Januar 2025. © Hong/dpa
Los Angeles – Der mutmaßliche Brandstifter der verheerenden Feuer in einem Nobelvorort von Los Angeles im vergangenen Jahr hegte der US-Bundesstaatsanwaltschaft zufolge einen Groll gegen Reiche. Zwei Wochen vor der Tat in Pacific Palisades seien im Internet-Suchverlauf des Angeklagten Anfragen wie „lasst uns alle Milliardäre stürzen“ aufgetaucht, hieß es in Medien vorliegenden Gerichtsunterlagen. Der mutmaßliche Brandstifter soll zudem Luigi Mangione bewundert haben, dem vorgeworfen wird, im Dezember 2024 einen Versicherungschef in New York erschossen zu haben.
Der Angeklagte Jonathan R. muss sich ab dem 8. Juni vor Gericht wegen des Entfachens der Brände in dem Nobelvorort verantworten, bei denen zwölf Menschen ums Leben gekommen waren. Mutmaßlich habe der Mann, der zum Zeitpunkt der Tat als Fahrer für den Taxi-Dienst Uber arbeitete, das Feuer in der Silvesternacht zum Jahresbeginn 2025 kurz nach Mitternacht an einem beliebten Wanderweg gelegt, kurz nachdem er Gäste in Pacific Palisades abgesetzt habe. R. weist alle Vorwürfe zurück.
Der Staatsanwaltschaft zufolge war R. wutentbrannt über den Kapitalismus und legte das Feuer in dem Nobelvorort als Akt der Vergeltung. Fahrgäste des Angeklagten vom 31. Dezember 2024 und 1. Januar 2025 hätten ihn als „wütend“ und „intensiv“ beschrieben. Er sei „unberechenbar“ gefahren und habe darüber geschimpft, „dass er stinksauer auf die Welt sei, zudem habe er über Luigi Mangione, den Kapitalismus und Selbstjustiz“ gesprochen, hieß es in den Gerichtsunterlagen.
Weiter hieß es, die Ermittler hätten den Angeklagten bei einem Verhör gefragt, warum jemand Brandstiftung in Pacific Palisades begehen könnte. R. antwortete demnach, ein möglicher Brandstifter könnte von Groll gegen Reiche motiviert sein, da „wir im Grunde von ihnen versklavt werden“.