Studie: Schlafmangel löst Alzheimer-Symptome aus

von Redaktion

Handylicht kann Schlafqualität verschlechtern. © imago

London – Die Nacht durchmachen und später Schlaf nachholen – das kennen so manche Partygänger, Studenten vor Klausuren oder auch überarbeitete Bürojobber und Selbstständige nur zu gut. Eine neue Langzeitstudie warnt jetzt eindringlich, es mit dieser Strategie zu übertreiben. Denn eine einzige schlaflose Nacht löst im Gehirn einen ähnlichen Schaden aus, wie es Alzheimer tut.

Für die im Journal „IBRO Neuroscience Reports“ veröffentlichte Studie hatten Wissenschaftler Daten von Studien aus den Jahren 2000 bis 2025 mit dem Fokus auf „Schlafentzug“, „Speicherung oder Verfestigung von Gedächtnisinhalten“ sowie auf den Hippocampus analysiert. Letzterer ist die Hirnregion, die Kurzzeit-Erinnerungen in Langzeit-Erinnerungen umwandelt und diese in anderen Hirnbereichen speichert.

Eine Analyse der Daten ergab: Im Schlaf arbeitet das Gehirn aktiv daran, Erinnerungen zu festigen und abzuspeichern. Fehlt ausreichend Schlaf, beginnt der Hippocampus, schlechter zu funktionieren. Die Folge: schwächere Verbindungen zwischen Nervenzellen und die Ansammlung schädlicher Abfallstoffe im Gehirn. Schon eine einzige schlechte oder durchwachte Nacht kann diesen negativen Prozess in Gang setzen. Die Wiederholung von Erinnerungen wird schwächer, während gleichzeitig die Konzentration giftiger Proteine wie Beta-Amyloid und Tau ansteigt.

Diese Veränderungen führen zu Gedächtnisproblemen, Vergesslichkeit und Entzündungen im Gehirn – Symptome, die frühen Anzeichen der Alzheimer-Krankheit ähneln.

Das Fazit der Forscher: Man muss gewährleisten, dass sich das Gehirn nachts richtig erholen kann. Dazu empfehlen sie, einen konstanten Schlafrhythmus einzuhalten sowie Bildschirme und Handy-Displays kurz vor dem Schlafengehen zu meiden. Das ausgestrahlte blaue Licht kann die Produktion des natürlichen Schlafhormons im Körper stören.CHRISTIAN THIELE

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