Jetzt zählt Trump das Gold nach

von Redaktion

Diebstahlverdacht: US-Präsident will in Fort Knox die Bestände überprüfen

In Fort Knox im Bundesstaat Kentucky lagern die Goldvorräte der USA. © Wikipedia

Die Goldreserven einzelner Länder, Stand 2025. © dpa

Goldbarren bei der Deutschen Bundesbank. Deutschland hat die zweitgrößten Goldreserven der Welt. Nur die USA haben mehr. Die will Trump jetzt überprüfen. © Bundesbank/dpa

Washington – Nicht einmal Fort Knox ist vor Donald Trump sicher. Der US-Präsident verkündete jetzt in einem Interview, dass er an die Goldreserven der Vereinigten Staaten will. Genauer gesagt will er sich nach eigener Aussage selbst davon überzeugen, dass der 700-Milliarden-Schatz seiner Nation noch vollständig und sicher ist.

Während eines Auftritts am Sonntag in der Sendung „Full Measure with Sharyl Attkisson“ beantwortete Trump Zuschauerfragen. Darunter, ob er seine Aussagen im vergangenen Jahr ernst gemeint habe, den Armee-Stützpunkt in Kentucky besuchen zu wollen, um dort die Goldreserven zu überprüfen. „Wir wollten ursprünglich hingehen und an die Tür von Fort Knox klopfen — eine sehr dicke Tür — und dann sehen, ob dort überhaupt noch Gold ist“, sagte Trump. Dann fügte er hinzu, dass er noch immer mit der Idee einer Finanzprüfung spiele: „Ich will sehen, ob das ganze Gold in Fort Knox überhaupt noch da ist, weil sie viel stehlen“, fuhr er fort – ohne zu konkretisieren, wer die Goldreserven angeblich gestohlen haben könnte.

Seit Jahren geht auf Verschwörungs-Onlineforen das Gerücht um, dass das Gold schon längst nicht mehr da sei – weil vorherige US-Regierungen es sich heimlich unter den Nagel gerissen haben sollen. Das schien auch Trump zu Ohren gekommen zu sein. Weshalb er kurz nach seiner Vereidigung aus dem Oval Office verkündete: „Wir haben bisher hunderte Milliarden Dollar an Betrug entdeckt und wir stehen erst am Anfang.“ Er fuhr fort: „Wir werden nach Fort Knox gehen, um zu sehen, ob jemand das Gold gestohlen hat – die Tonnen von Gold.“ Dann heizte Trump die Verschwörungstheoretiker noch weiter an: „Man hört immer von Fort Knox, aber man kommt da nicht rein. Man kann das Gold nicht einmal sehen, niemand sieht es.“ Weshalb er es nicht ausschließen könne, dass „der Ort leer ist“ und plane, „die Türen von Fort Knox zu öffnen“. Das US-Edelmetalldepot Fort Knox, außerhalb von Louisville im Bundesstaat Kentucky gelegen, lagert laut der U.S. Münzanstalt 147,3 Millionen Feinunzen Gold und ist seit 1937 in Betrieb. „Das Gold in Fort Knox wird als Vermögenswert der Vereinigten Staaten mit einem Buchwert von 42,22 Dollar pro Unze geführt“, erklärt die „U.S. Mint“. Das bedeutet, dass der Gesamtwert des Goldes bei nahezu 700 Milliarden Dollar liegt.

Das einzige Gold, das in den letzten 89 Jahren entnommen wurde, waren sehr geringe Mengen für Audits, die die Reinheit des Goldes testen. Abgesehen von diesen Proben wurde seit Jahrzehnten kein Gold in das Depot hinein- oder aus ihm herausgebracht.

Deutschland besitzt nach den USA die zweitgrößten Goldreserven der Welt – derzeit rund 3350 Tonnen. Mit einem Marktwert von aktuell etwa 430 Milliarden Euro. Ein Teil davon lagert bis heute im Ausland, vor allem bei der amerikanischen Notenbank in New York – etwa 37 Prozent. Aktuell mehren sich die Stimmen, die wegen der unkalkulierbar erscheinenden Außenpolitik der USA fordern, alle deutschen Goldreserven in die Bundesrepublik zurückzuholen.

Auch Italien und die Niederlande lagern Teile ihrer ebenfalls großen Goldreserven in den USA und in anderen Staaten. Frankreich hat seine Bestände in den 1960er-Jahren allerdings von dort zurückgeholt. Viele andere Staaten halten ihre Reserven seit jeher im eigenen Land – so etwa die USA, China oder Russland.CTH, CJM

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