Männerprotest gegen Gewalt an Frauen

von Redaktion

Andere feierten derweil den Vatertag. © Koall/dpa

Berlin – Solidarität mit Frauen statt Alkohol und Bollerwagen: Zum Vatertag ruft eine Initiative zu einer Kundgebung gegen geschlechtsspezifische und sexualisierte Gewalt auf. Erstmals werde damit zu „feministischen Großprotesten“ aufgerufen, die vor allem Männer adressieren und von Männern organisiert werden, hieß es von der Initiative „MännerGegenGewalt“. Bei der Kundgebung am Donnerstag ab 14.00 Uhr am Brandenburger Tor werden tausend Teilnehmer erwartet. In einem Video rufen unter anderem Felix Banaszak, Parteivorsitzender der Grünen, und der Bundestagsabgeordnete Luke Hoß (Linke) zur Kundgebung auf.

„Wir stehen gegen Gewalt an Frauen“

Comedian Aurel Mertz, der bei der Versammlung sprechen soll, sagte im Vorfeld: „Die Manosphere und selbsternannte „Alpha-Männer“ wollen uns einreden, Männlichkeit bestehe aus emotionaler Verrohung, Dominanz und Frauenhass. Dem setzen wir etwas entgegen: Ein Großteil von uns Männern teilt diese Werte nicht. Wir stehen gegen Gewalt an Frauen und queeren Menschen – und an der Seite der Betroffenen.“ Bei der Kundgebung sind Auftritte geplant, etwa von Sängerin Bahar Kizil und der Band Tripkid.

Neuer Anstoß durch Collien Fernandes

Die Initiative hat sich nach eigenen Angaben in Bezug auf feministische Solidaritätsproteste der letzten Wochen gegründet. Die gesellschaftliche Diskussion über digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen hatte mit Bekanntwerden der Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen Ende März neue Fahrt aufgenommen. Er soll Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Inhalte verbreitet haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Tausende Menschen gingen danach auf die Straße, um mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt zu fordern.

Zeitgleich mit der Versammlung in Berlin war am Donnerstag in Hamburg eine Kundgebung geplant. „Männer müssen endlich Verantwortung übernehmen“, schrieben die Hamburger „ComeOnBoys“. Es sei „überfällig und unabdinglich, dass sich auch Männer diesem Protest anschließen und sich klar positionieren“.

Ziel sei es, dem sogenannten Herrentag neue Bedeutung zu verleihen: „Wir wollen keinen Tag erleben, an dem Männergruppen bis oben hin mit Alkohol gefüllte Bollerwagen hinter sich herziehen, ihre vermeintliche Männlichkeit breitbeinig vor sich hertragen und vor allem durch (sexuelle) Belästigungen im öffentlichen Raum auffallen“, teilten die Hamburger Initiatoren mit.

Artikel 3 von 9