Anderen helfen macht auch glücklich. © Büttner/dpa
Kleine Dinge machen oft glücklich. © Atamanenko/dpa
Weinheim – Mit der Katze spielen, durch Pfützen springen oder jemanden an der Kasse vorlassen: Solche kleinen Momente aktiv positiven Handelns können nach Worten einer Psychologin viel verändern. Entscheidend sei, „in eine Aufwärtsspirale“ zu kommen, sagte Daniela Blickhan im Interview der Zeitschrift „Psychologie Heute“. Die positive Psychologie spricht vom „Flourishing“, also Aufblühen – im Gegensatz zum „Languishing“, also Verkümmern.
„Languishing“ ziehe nicht zwangsläufig eine Depression nach sich, betonte Blickhan. Viele Menschen erlebten jedoch das Gefühl, „einfach nur so durch den Tag“ zu kommen, erschöpft und innerlich leer. Es gehe um ein Gefühl des Funktionierens: „Ich komme durch das Leben, aber ohne mich lebendig zu fühlen.“ Dagegen blühten Menschen auf, wenn sie interessiert, proaktiv und bereit für neue Erfahrungen seien.
Die Expertin zitierte den US-Psychologen Corey Keyes, demzufolge fünf Faktoren das Aufblühen fördern: lernen, helfen, in Verbindung gehen, Bedeutung und Sinn schaffen sowie spielen. Das sei mit Vitaminen in der Ernährung vergleichbar: „Nimmt man ein Kilo Vitamine auf einmal zu sich, wird man nicht plötzlich gesund. Wenn man jedoch jeden Tag ein bisschen nimmt, fördert das langfristig die Gesundheit.“ Hilfreich sein könne schon der bewusste Vorsatz, häufiger andere Menschen anzulächeln.
Dies sei keinesfalls banal, sagte Blickhan. „Diese klein erscheinenden Dinge sind wie wichtige Nährstoffe. Sie haben auf Dauer eine große Wirkung.“ Es helfe wenig, einen einzigen tollen Tag mit intensiven Gefühlen zu erleben, wenn die restliche Woche „grau und leer“ sei. Über die Wiederholung kleiner Glücksmomente lerne das Gehirn jedoch langfristig – und verankere die positiven Angewohnheiten.
Der erste Schritt dafür sei, sich zu sagen: „Ich will das und halte es für sinnvoll“, erklärte die Psychologin. Dann gehe es darum, möglichst kleine Vorsätze zu fassen: „Für das Lernen reicht es, sich vorzunehmen, fünf Zeilen zu lesen.“ Oft scheiterten Menschen an einer zu hohen Hürde – sinnvoll sei daher, etwas weniger zu tun, als man sich zutraue, „also statt zehn Minuten Achtsamkeitsübung lieber nur acht“. Hilfreich sei zudem, diese Aktivitäten mit bestehenden Gewohnheiten zu verknüpfen.