Erstmals seit 50 Jahren flogen im April mit der Mission „Artemis 2“ wieder Menschen in die Nähe des Mondes.
Drei unbemannte Missionen sollen noch 2026 starten.
Mithilfe von Baustellen-Robotern will die Nasa bis 2032 eine dauerhafte Mondbasis errichten © Nasa, dpa (2), Watson/AFP
Washington – Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will wieder Menschen auf den Mond schicken – und zwar dauerhaft. Mit Hochdruck treibt sie ihre Pläne für eine geeignete Basis voran. Dutzende Missionen sollen dafür in den kommenden Jahren Lander, Drohnen und von Menschen steuerbare Rover-Vehikel zum Erdtrabanten bringen, wie Nasa-Chef Jared Isaacman am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz mitteilte. „Amerika kehrt zum Mond zurück – und dieses Mal, um zu bleiben“, kündigte er an.
Alleine in diesem Jahr soll es dafür noch drei unbemannte Missionen zum Mond geben, an der dritten soll auch die europäische Raumfahrtagentur Esa beteiligt sein. Die Lander sollen von der Raumfahrtfirma Blue Origin, die dem Amazon-Gründer Jeff Bezos gehört, gebaut werden, die Drohnen vom Unternehmen Firefly Aerospace und die Rover von den Firmen Astrolab und Lunar Outpost. Um das Jahr 2032 herum soll die Mondstation – die laut Nasa hunderte Quadratkilometer groß werden könnte – dann dauerhaft von Menschen bewohnbar sein.
Auf Visualisierungen der Nasa sind unter anderem Wohnmodule, autonome Baustellen-Roboter und wissenschaftliche Labore zu sehen. Die „Moon Base“ am Südpol des Erdtrabanten soll eine Wohn- und Arbeitsstation werden.
Nasa-Chef Isaacman hatte die Mondpläne der Behörde erst vor wenigen Monaten umgeschmissen und den Plan einer dauerhaften menschlichen Präsenz auf dem Erdtrabanten angekündigt. Hintergrund ist auch der globale Konkurrenzkampf im All. Schon seit Jahren gibt es einen neuen Wettlauf von Raumfahrtnationen zum Mond. Größter Konkurrent der USA ist China mit dem vorgegebenen Ziel, bis 2030 Menschen auf den Mond zu bringen. Auch Russland hat das vor, aber mit Verzögerungen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu kämpfen.
Im April waren mit der Mission „Artemis 2“ der Nasa erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen in der Nähe des Mondes. Victor Glover, Christina Koch, Reid Wiseman und Jeremy Hansen waren vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet und dann um den Mond herumgeflogen. Dabei entfernten sie sich weiter von der Erde als jemals Menschen zuvor.