Block-Verteidiger konfrontiert Zeugin „Olga“

von Redaktion

Block und ihr Verteidiger Bott (re.) © Wendt/dpa

Hamburg – Die Verteidigung hat eine Zeugin aus Israel mit widersprüchlichen Angaben der mutmaßlichen Entführer zu einem angeblichen Treffen mit Christina Block konfrontiert. Die 51-Jährige hatte ausgesagt, die Mutter habe von den Plänen für Silvester 2023/24 gewusst – ohne Einzelheiten zu kennen. Block sei kurz bei einem Treffen am 28. Dezember nachmittags in einem Hotel dabei gewesen und habe sich bei den maskierten Männern für ihre Hilfe bedankt. Block bestreitet das.

Alle mutmaßlichen Entführer, die bisher ausgesagt haben, hatten von so einem Treffen berichtet. Blocks Anwalt Ingo Bott hielt der Zeugin nun vor, alle hätten aber ein anderes Datum oder eine andere Tageszeit genannt. „Er hat sich geirrt“, sagte die Israelin zu jeder dieser Zeitangaben der Männer und blieb bei ihrer Aussage. Ob Frau Block denn überhaupt keine Fragen zu den Plänen gestellt habe, wollte Bott wissen. Die Zeugin verneinte.

Die Frau, die sich in Hamburg mit dem Alias-Namen „Olga“ vorstellte, wollte nach eigenen Worten der verzweifelten Mutter helfen, die keinen Kontakt zu ihren Kindern hatte. Laut Anklage war die Zeugin „die rechte Hand“ des Chefs der Cyber-Sicherheitsfirma, die für die Entführung verantwortlich gewesen sein soll.

Christina Block bestreitet Vorwürfe

Die israelische Sicherheitsfirma soll laut Anklage die beiden jüngsten Kinder der Hamburger Unternehmerin vom Wohnort des Vaters in Dänemark entführt haben. Dabei sei Gewalt angewendet worden. Der damals zehn Jahre alte Junge und das 13-jährige Mädchen wurden zu einem Bauernhof in Baden-Württemberg gebracht. Davon sei sie völlig überrascht worden, hatte Block ausgesagt. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, ist angeklagt, nach einem langen Sorgerechtsstreit den Auftrag zu der Entführung gegeben zu haben, und wehrt sich gegen diese Anschuldigung.

Zeugin hatte andere Reaktion erwartet

Die Zeugin schilderte, dass ihr Team bei der Aktion während des Silvesterfeuerwerks eine ganz andere Reaktion der Kinder erwartet habe. „Wir dachten, sie würden ein bisschen ängstlich sein“, sagte sie. Man habe extra einen Mann mitgenommen, der gut Deutsch spreche. Er habe dem Jungen und dem Mädchen erklären sollen, dass sie keine schlechten Menschen seien und die Kinder zu ihrer Mutter bringen würden. „Wir dachten, dass es dann für sie in Ordnung sein würde.“ Die Tochter habe aber gesagt: „Ich will nicht mehr Deutsch sprechen, ich hasse Deutschland, ich hasse meine Mutter!“

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