Beim CIA-Hauptquartier in Langley/Virginia hat jahrelang ein Betrüger gearbeitet. © Pool/dpa
David Rush hat den US-Geheimdienst betrogen.
Langley – Es erinnert an den Film „Catch Me If You Can“, in dem Leonardo DiCaprio als dreister Hochstapler das FBI an der Nase herumführte. David Rush setzte im wahren Leben jetzt noch einen drauf. Er gaukelte der CIA nicht nur eine Karriere als hochdekoriertes Top-Gun-Flieger-Ass vor, er brachte die Spionage-Agentur auch dazu, ihm Goldbarren im Wert von 40 Millionen Dollar für „dienstliche Ausgaben“ auszuhändigen.
Laut der Anklage der Bundesstaatsanwaltschaft in Virginia hatte sich Rush 2018 bei der CIA beworben. Er habe dabei angegeben, Abschlüsse von der Clemson University in South Carolina und dem Rensselaer Polytechnic Institute im Bundesstaat New York zu besitzen. Er war an keiner der beiden Universitäten je eingeschrieben. Das Unglaubliche: Sein gigantisches Lügengebilde hielt einer Überprüfung der CIA stand. Jahrelang arbeitete er unbehelligt in hochrangiger Position. Niemand schöpfte Verdacht, als Rush zwischen November 2024 und März 2026 Goldbarren sowie ausländische Währungen in Millionenhöhe beantragte. Offiziell als „Ressourcen für US-Operationen im Ausland“. Dass er überhaupt aufflog, ist einem Zufall zu verdanken. Bei einer Routineüberprüfung seiner Militärakte brauchte ein Prüfer eine Zusatzinfo von der Navy. Dabei stellte sich heraus, dass das angebliche Top-Gun-Ass niemals eine Prüfung zum Piloten absolviert hatte, sondern als IT-Techniker für die Navy tätig gewesen war. Am 18. Mai durchsuchte das FBI Rushs Haus in Virginia. Dabei fanden die Ermittler zwei Millionen Dollar Bargeld, 35 Luxusuhren sowie die 300 Ein-Kilogramm-Goldbarren.ENTERPRESS