Das neue Preissystem sorgt für Wirbel. © Weißbrod/dpa
Pruntrut – Das kleine Schweizer Freibad in Pruntrut (französisch: Porrentruy) verhängte vergangenen Sommer ein Ausländerverbot. Nach mehreren Vorfällen im Sommer 2025 zog die Stadt die Reißleine und sperrte ausländische Besucher im Freibad komplett aus. Vor allem junge Männer aus dem benachbarten Frankreich hatten für Ärger im Schwimmbad der 6000-Einwohner-Stadt gesorgt. Die drastische Maßnahme schlug damals Wellen, auch weit über die Grenzen hinaus. Jetzt hat das städtische Freibad wieder für alle geöffnet – aber mit einem Preissystem, das Diskussionen entfacht.
Ausländer dürfen im Sommer 2026 wieder in das Freibad in Pruntrut im Kanton Jura. Doch: Wer nicht in der Schweiz wohnt oder arbeitet, zahlt doppelt so viel Eintritt wie Einheimische.
Das Ticket kostet für nichtansässige Erwachsene 15 Schweizer Franken (umgerechnet etwa 16,40 Euro) anstatt 7,50 Franken. Jugendliche, die in diese Kategorie fallen, zahlen 10 Franken, statt 5 Franken. Zudem müssen sich Nichtortsansässige ihr Ticket online kaufen und es ist nur gültig, wenn sie an der Kasse ein Ausweisdokument vorweisen. Es gibt keinen Anspruch auf ein Saisonabo.
„Diese Bestimmung dient dazu, eine kontrollierte Steuerung der Besucherströme sicherzustellen und die Einhaltung der Zugangsbedingungen der Anlage zu gewährleisten“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung der Stadt Pruntrut. „Die Betriebsleitung behält sich das Recht vor, den Eintritt zu verweigern, falls die vorgenannten Bedingungen nicht eingehalten werden.“
Badegäste reagieren gemischt auf die neue Preisregelung, berichtet das Portal 20 Minuten. Es gibt harsche Kritik an den neuen Ticketpreisen. Einige Badegäste finden den Preisunterschied „zu groß“ und glauben, dass viele französische Familien jetzt nicht mehr in das Bad kommen würden. Die neue Regel würde alle Franzosen oder Nichtschweizer unter Generalverdacht stellen.
Andere erinnern sich jedoch noch gut an die Eskalationen im vergangenen Jahr. Die Polizei sei mehrmals im Bad gewesen. „Sie kamen nicht hierher, um eine gute Zeit zu erleben, sondern um Unruhe zu stiften“, so eine Besucherin. Nach Angaben der Stadt wurden damals 20 Personen Hausverbote wegen unangemessenen Verhaltens, unzivilisierten Auftretens und Missachtung der geltenden Baderegeln erteilt. Ein 34-Jähriger hält den Preisaufschlag deswegen für vertretbar: „Klar, es ist teuer – aber so kommen die Unruhestifter auch weniger.“ML