Italiens Royals geben keine Ruhe

von Redaktion

80 Jahre nach Ende der Monarchie: Königsfamilie verkraftet Bedeutungsverlust nicht

Prinz Aimone und seine Frau Prinzessin Olga erheben ebenfalls Anspruch. © Ferrari/dpa (2)

Prinz Emanuele Filiberto will Oberhaupt des Hauses Savoyen werden. © imago/Gemini

Im Schloss Racconigi wurde König Umberto II. geboren. Das Castello und die Kronjuwelen, die einst Königin Margherita (o. li.) trug, gehören der Familie nicht mehr. © Modena/imago

Rom – Sie streiten über einen Schmuckschatz im Wert von hunderten Millionen Euro, über Titel und Rangfolgen einer untergegangenen Dynastie – und nun auch noch über die Rückkehr der sterblichen Überreste des letzten Königs Umberto II. in sein Heimatland. Mit erstaunlicher Beharrlichkeit bringt sich Italiens ehemalige Königsfamilie immer wieder ins Gespräch.

Politische Bedeutung hat die frühere Königsfamilie längst nicht mehr. Vor 80 Jahren – am 2. Juni 1946 – schafften die Italiener in einem Referendum die Monarchie ab und entschieden sich für die Republik. Umberto II. musste nach nur gut einem Monat auf dem Thron ins Exil nach Portugal gehen.

Gut 54 Prozent der Stimmberechtigten der ersten freien Wahl nach der über 20-jährigen Diktatur des Faschisten Benito Mussolini entschieden sich gegen das Haus Savoyen, das zwischen 1861 und 1946 die Könige Italiens stellte. Umberto II. (1904–1983) und seinen männlichen Nachkommen war es verboten, nach Italien zurückzukehren. Erst 2002 wurde die Verfassung geändert und das Verbot aufgehoben.

Acht Jahrzehnte nach ihrer Abwahl haben die Nachfahren der Ex-Königsfamilie ihren Bedeutungsverlust immer noch nicht verkraftet. Kürzlich machte ein seit Jahren schwelender Streit um die Führung der Familie auch international Schlagzeilen. Um den Führungsanspruch streiten zwei Vettern: Aimone von Savoyen (58) und Emanuele Filiberto von Savoyen (53) – sie beide sehen sich als rechtmäßiger Chef.

Seit 2006 ist umstritten, wer als Oberhaupt des Hauses Savoyen gilt. König Umbertos Sohn Vittorio Emanuele wurde in jenem Jahr nach mehreren Skandalen von einem Gremium zur Wahrung der Ehre der Savoyen als Oberhaupt abgesetzt. Das Gremium ersetzte ihn mit dem Cousin Amedeo von Savoyen-Aosta. Nach dessen Tod 2021 erhob sein Sohn Aimone Anspruch auf den Titel des Oberhauptes der Familie. Seit dem Tod von Vittorio Emanuele 2024 sieht sich wiederum dessen Sohn Emanuele Filiberto als Nachfolger.

In einer vor Pathos strotzenden Erklärung sagte Aimone, er sehe sich „verpflichtet, meinen dynastischen Status und meine Rolle als Oberhaupt des Hauses mit all ihren Vorrechten zu bekräftigen und zu bestätigen“. Das Ergebnis des Referendums von 1946 nennt er „umstritten“.

Immer wieder sorgte die Familie für Wirbel: Vor wenigen Jahren verlangten die Savoyen vom italienischen Staat die Rückgabe von Familienjuwelen und Schmuckstücken, die sich seit 1946 in den Tresoren der Notenbank in Rom befinden. Vor allem Emanuele Filiberto – in Italien auch bekannt als Teilnehmer in TV-Formaten wie der italienischen Version von „Let‘s Dance“ – stellte Ansprüche. „Die gehören uns“, erklärte er. Nun forderte er abermals die Rückkehr der sterblichen Überreste seines Großvaters aus Genf. Und wo soll Umberto II. ruhen? Natürlich im Pantheon in Rom. „Ich weigere mich, irgendeine andere Möglichkeit überhaupt in Betracht zu ziehen.“

An diesem 2. Juni wird in ganz Italien der 80. Jahrestag der Republik gefeiert. Einer wird jeglichen Feierlichkeiten aber wohl fernbleiben. Emanuele Filiberto sagte: „Ich kann nicht sagen, dass ich den 2. Juni feiere.“

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