Der Kölner Dom ist ein Touristen-Magnet. Ab Juli ist der Zutritt nur noch für Beter und Kinder bis 13 Jahre kostenlos. Entertainer Kerkeling (links) findet das unmöglich. © Christoph Reichwein/dpa
Köln – Der Kölner Dom wird für Besucher ab Juli zwölf Euro Eintritt kosten. Damit sollen die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Doms gedeckt werden, wie das Domkapitel am Dienstag mitteilte. Für Gottesdienstbesucher und Kinder bis 13 Jahre bleibt der Dom demnach kostenfrei.
Ebenso gratis soll der Zugang zu Opferlichtern und zum stillen Gebet in bestimmten Bereichen bleiben. Zudem soll der Dom jährlich an bestimmten Tagen kostenfrei für alle sein: vom 6. Januar (Fest der Heiligen Drei Könige) bis zum darauffolgenden Sonntag im Januar, am 1. Mai (Tag der Arbeit) und am 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) sowie zur Dreikönigswallfahrt.
Über den Nordeingang beim Hauptbahnhof können Menschen nach wie vor einen kleinen Bereich des Doms gratis zum Beten betreten. Über den westlichen Haupteingang müsse man das Ticket lösen. Ob Menschen am Nordeingang tatsächlich beten wollen, werde man nicht überprüfen, teilte das Domkapitel mit. Man vertraue den Menschen. Touristen machen Dompropst Guido Assmann zufolge etwa 99 Prozent der Dom-Besucher aus.
Die Ankündigung einer Eintrittsgebühr Anfang März hatte in Köln eine heftige Debatte ausgelöst(wir berichteten). Hape Kerkeling (61) hat eine ganz klare Haltung zu der Eintrittsfrage: „Unmöglich! Das geht nicht“, findet der Entertainer und Schauspieler. „Die Zeiten ändern sich – aber Eintrittsgeld für den Dom? Wer hat sich das denn ausgedacht?“
Frauenrechtlerin Alice Schwarzer (83) kann einer Eintrittsgebühr auch nichts Positives abgewinnen. „Ich finde es bedauerlich, dass man für den prächtigen Dom Eintritt zahlen soll“, sagt die in Köln lebende Feministin. „Er gehört uns allen.“ Carolin Kebekus (45) hat indes Verständnis für die Entscheidung. Ihr sei klar, dass der Unterhalt des Doms viel Geld koste. „Und andere große Kirchen – Sagrada Família in Barcelona zum Beispiel – nehmen auch Eintritt. Ich hätte es natürlich lieber anders, aber ich finde es verständlich.“
Musiker Wolfgang Niedecken (75) findet eigentlich, dass die katholische Kirche genug Geld haben müsste, um den laufenden Betrieb des Doms zu bezahlen. „Etwas anderes ist die Instandhaltung der Bausubstanz, die von der Dombauhütte gestemmt wird“, sagt der BAP-Sänger. „Dieser Dom ist in der Instandhaltung natürlich unheimlich teuer.“