Sisis Schätze unterm Hammer

von Redaktion

In Wien werden bis Dienstag hunderte Relikte aus Kaiserzeiten versteigert

6000–12.000 Euro: Toilettkästchen mit Spiegel.

2000-3000 Euro: ein Geschenkring Sisis.

5000–8000 Euro: Sisis edler Spitzenfächer.

1500–2500 Euro: Sisi im Krönungsornat.

2000–4000 Euro: Taschenuhr zur Vermählung.

Sisi und Kaiser Franz Joseph I.: Ein Teil ihres Besitzes wird jetzt wieder versteigert. © Fotos: IMAGO (1), Dorotheum

Wien – In Wien kommen Sisi-Nostalgiker wieder auf ihre Kosten. Bei der jährlichen „Kaiserhausauktion“ des Auktionshauses Dorotheum werden kommende Woche persönliche Gegenstände von Kaiser Franz Joseph I., seiner Gemahlin Elisabeth und anderen K.-u.-K-Monarchen versteigert. Unter den Einzelstücken findet sich Edles, Skurriles und mitunter Makabres.

So etwa eine Weste von Kaiser Maximilian I. von Mexiko, die der unglückliche Monarch am Tag vor seiner Hinrichtung in Queretaro getragen haben soll. Der Schätzwert liegt bei 5000 bis 8000 Euro.

Etwa den gleichen Preis dürfte Elisabeths Fächer aus Perlmutt und Spitze erzielen, hinter dem die alternde Kaiserin ihr Gesicht verbarg. Er zählt zu den Höhepunkten der diesjährigen Auktion. Auf bis zu 12.000 Euro wird ein aufwendig gestaltetes Toilettkästchen geschätzt, das der Monarchin 1854 von den Bürgern des böhmischen Kurortes Karlsbad geschenkt wurde. Aber selbst ein Taschentuch der Kaiserin soll zwischen 1500 und 3000 Euro kosten. Solche persönlichen Gegenstände der Kaiserin sind besonders begehrt. Die bis heute anhaltende Faszination für Sisi, befeuert durch Filme, Bücher und Ausstellungen, macht sie immer noch zu einer der beliebtesten und faszinierendsten historischen Persönlichkeiten Europas.

Neben zahlreichen Gemälden, Büsten und Geschirr finden sich gleich mehrere Unikate von Franz Joseph I. unter den knapp 400 Gegenständen. Darunter: drei „Fußwaschungskrüge“, das chirurgische Besteck seines Leibarztes sowie ein Hausschuh „aus weichem Ziegenleder“.

Dass selbst unscheinbare Erinnerungsstücke hohe Preise erzielen können, zeigte bereits die Auktion des vergangenen Jahres. Damals wurde ein Paar kunstvoll verzierter Hausschuhe Franz Josephs für 16.900 Euro versteigert – deutlich mehr als ursprünglich erwartet. Der Markt für Habsburg-Memorabilien ist trotz des zeitlichen Abstands zur Monarchie ungebrochen. Das Dorotheum verweist darauf, dass insbesondere Stücke mit direkter persönlicher Verbindung zu Herrschern – sogenannte „imperiale Provenienz“ – international gefragt sind. Zu den teuersten jemals versteigerten Objekten zählen ein Sternkreuzorden von Kaiserin Charlotte von Mexiko (161.900 Euro) sowie ein Ordenszeichen von Kaiser Maximilian von Mexiko (137.500 Euro).

Kaiser Franz Joseph I. und Elisabeth von Bayern heirateten am 24. April 1854 in Wien. Der damals 23-jährige Kaiser hatte sich gegen andere Heiratspläne seiner Familie durchgesetzt und die erst 16-jährige bayerische Herzogstochter zur Frau genommen. Während Franz Joseph fast 68 Jahre lang an der Spitze der Habsburgermonarchie stand, fühlte sich Elisabeth am Wiener Hof zeitlebens eingeengt und verbrachte viele Jahre auf Reisen. Elisabeth wurde am 10. September 1898 in Genf von dem italienischen Anarchisten Luigi Lucheni ermordet. Franz Joseph überlebte seine Frau um fast 18 Jahre und starb am 21. November 1916 im Alter von 86 Jahren in Wien.

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