Geschäfte und Restaurants wird es einige geben.
Sogar ein eigenes Stadion mit 15.000 Plätzen ist auf dem Schiff geplant.
Die potenziellen Bewohner sollen sich die Wohnungen an Bord kaufen können.
Das gigantische „Freedom Ship“: Sollte es je gebaut werden, würde es nach Vorstellung der Planer 1,6 Kilometer lang werden und Platz für 80.000 Menschen bieten. © Freedom Cruise Line
Miami – Noch ist das Projekt eine Vision – doch die Pläne sind gewaltig: Was derzeit unter dem Namen „Freedom Ship“ geplant wird, sprengt selbst die Dimensionen der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt. Das Konzept sieht eine dauerhaft bewohnte Stadt auf dem Meer vor – mit Wohnungen, Schulen, Krankenhäusern, Hotels, Parks und einem eigenen Stadion.
Mit einer Länge von rund 1,6 Kilometern, einer Breite von etwa 228 Metern und 30 Decks würde das Freedom Ship zum größten Schiff werden, das jemals gebaut wurde. Nach den aktuellen Planungen könnten bis zu 80.000 Menschen an Bord leben: etwa 50.000 dauerhafte Bewohner, 10.000 Besucher und rund 20.000 Besatzungsmitglieder.
Zum Vergleich: Die derzeit größten Kreuzfahrtschiffe der Welt, die Icon of the Seas und die Star of the Seas der Reederei Royal Caribbean, sind rund 365 Meter lang und bieten Platz für maximal etwa 10.000 Menschen inklusive Crew. Gegen das Freedom Ship würden selbst diese Giganten vergleichsweise klein wirken.
Anders als klassische Kreuzfahrtschiffe soll das „Freedom Ship“ nicht in erster Linie Urlauber transportieren. Die Betreiber sprechen vielmehr von einer „dauerhaft mobilen Stadt auf See“. Geplant sind rund 25.000 Wohneinheiten, Schulen vom Kindergarten bis zur Hochschule, ein modernes Krankenhaus, Einkaufszentren, Restaurants, Banken und Hotels. Hinzu kommen ein Wasserpark, zwei Museen, ein Kongresszentrum, ein Konzertsaal, ein großes Spielcasino, ein Aquarium sowie ein eigenes Stadion mit 15.000 Plätzen.
Damit sich die Bewohner auf dem schwimmenden Koloss bewegen können, ist sogar ein internes Verkehrssystem mit Straßenbahnen vorgesehen. Zudem sollen zahlreiche Fußwege und Grünflächen entstehen. Das Ziel: ein weitgehend normales Stadtleben mitten auf dem Ozean.
Die Idee ist keineswegs neu. Bereits in den 1990er-Jahren stellte der amerikanische Ingenieur Norman Nixon erste Konzepte für eine schwimmende Stadt vor. Seitdem taucht das Projekt immer wieder auf, wurde jedoch nie realisiert. Hinter dem aktuellen Projekt steht jetzt die US-amerikanische Firma Freedom Cruise Line International mit Sitz im Bundesstaat Florida. Für die Gestaltung arbeitet das Unternehmen mit dem renommierten Architekturbüro Schopfer Associates zusammen.
Allein von deutschen Häfen aus starteten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2025 rund 1,51 Millionen Menschen zu einer Hochseekreuzfahrt. Das waren so viele wie nie zuvor. Der Deutsche Reiseverband berichtet zudem von einer insgesamt anhaltend hohen Nachfrage. Besonders beliebt waren Reisen in die Nordsee, das westliche Mittelmeer und den Atlantikraum.
Das Freedom Ship soll nach den aktuellen Planungen keinen festen Heimathafen besitzen. Aufgrund seiner enormen Größe wäre es für praktisch jeden Hafen der Welt zu groß. Stattdessen soll es überwiegend auf den Weltmeeren unterwegs sein und die Erde innerhalb von zwei bis drei Jahren umrunden. Wer an Land möchte, würde per Fähre oder Helikopter übersetzen.
Die Kosten für das Projekt werden laut „Telegraph“ auf rund 12 Milliarden Pfund beziehungsweise knapp 14 Milliarden Euro geschätzt. Als möglicher Bauort gilt Indonesien. Die Betreiber suchen derzeit wieder verstärkt nach Investoren und strategischen Partnern. Einen konkreten Baubeginn gibt es bislang nicht. Der Geschäftsführer Roger Gooch von Freedom Cruise Line International hat unlängst in der „New York Post“ erklärt, man sei zuversichtlich, das Projekt umsetzen zu können. Entscheidend sei nun die Finanzierung.CJM