Das Wetterphänomen El Niño kann Dürren schlimmer machen, besonders auf der Südhalbkugel. © Morrison/dpa
New York – Das Wetterphänomen El Niño ist zurück. „El-Niño-Bedingungen sind vorhanden und es wird erwartet, dass sie sich bis in den Winter 2026/27 auf der Nordhalbkugel hinein noch verstärken“, teilte die US-Wetterbehörde NOAA mit.
Mit ungewöhnlich hohen Meerestemperaturen im tropischen Pazifik hatte sich das regelmäßig wiederkehrende Wetterphänomen schon seit Monaten angekündigt. Damit einher geht die Sorge vor mehr Extremwetter mit Dürren, Überschwemmungen und einer womöglich rekordbrechenden globalen Durchschnittstemperatur in naher Zukunft.
Die Wahrscheinlichkeit, dass es ein „sehr starkes“ El-Niño-Ereignis, eines der stärksten seit Beginn der Aufzeichnungen 1950, werden könne, liege derzeit bei 63 Prozent, hieß es von der US-Wetterbehörde weiter. Zuletzt zeigte sich das alle zwei bis sieben Jahre natürlich auftretende Wetterphänomen 2023/24. Das war einer der fünf stärksten El Niños seit Beginn der Aufzeichnungen und trug dazu bei, dass 2024 das bisher heißeste Jahr seit der Industrialisierung (1850–1900) war, gemessen an der globalen Durchschnittstemperatur.
Ein El Niño verschärft die Folgen des menschengemachten Klimawandels. Die Auswirkungen sind mit Dürren und Überschwemmungen in Regionen vor allem auf der Südhalbkugel zu spüren. Für Europa halten sich die Folgen in Grenzen. Jeder El Niño ist anders, aber größere Wetterereignisse verlaufen dabei oft nach den gleichen Mustern. Dazu gehören Trockenperioden in Teilen des Amazonas-Gebietes in Südamerika sowie im südostasiatischen Indonesien und in Australien. Außerdem gibt es Unregelmäßigkeiten bei der Monsun-Zeit in Indien.
In der Regel erreicht ein El Niño zum Jahresende seinen Höhepunkt. Da die von den Meeren absorbierte größere Hitze aber nur langsam in die Atmosphäre abgegeben wird, steigen die weltweiten Temperaturen erst im Folgejahr. Viele Klima-Experten befürchten, dass 2027 das heißeste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn wird.