Mette-Marit ist schwer krank. © Babiradpicture/Nieboer
Oslo – Mit dem heute erwarteten Urteil gegen Marius Borg Høiby steht in Norwegen ein Jahrhundertprozess vor dem Abschluss. Im Gerichtssaal in Oslo wird der Angeklagte nicht auftauchen. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit verfolgt die Verkündung per Video aus der U-Haft – aus gesundheitlichen Gründen, so das Bezirksgericht. Am Mittwoch war Høiby ins Krankenhaus gebracht worden. Dem 29-Jährigen drohen gut siebeneinhalb Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft legt ihm 40 Anklagepunkte zur Last. Unter anderem soll er vier Frauen vergewaltigt haben, während sie schliefen. Er weist dies zurück.
Der Prozess belastet nicht nur Høiby, sondern auch das Königshaus. Mette-Marit leidet nach Einschätzung von Royal-Experte Stefan Blatt massiv unter dem Prozess gegen ihren Sohn aus erster Ehe. Gegenüber „Bunte“ erklärt er, die 52-Jährige müsse die Sorge um Høiby tragen und zugleich mit einer potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung umgehen. Sie leidet an der unheilbaren Krankheit Lungenfibrose. Sie steht nun auf einer Warteliste für eine Lungentransplantation.
Der Zustand von Norwegens Kronprinzessin verschlechtert sich seit Monaten. Ihr Mann, Kronprinz Haakon, musste deshalb am Freitag ein Treffen mit der Regierung absagen. Er habe sein Programm angepasst, „um in dieser Phase mehr Zeit mit der Kronprinzessin zu verbringen“. Tochter Ingrid Alexandra reiste von ihrem Auslandsaufenthalt an der Universität Sydney zurück nach Oslo, um näher bei ihrer Familie zu sein. Auch Høiby hatte eine Entlassung aus der U-Haft beantragt, um seine kranke Mutter zu sehen. Ein Gericht lehnte dies jedoch ab (wir berichteten). Zu groß sei die Wahrscheinlichkeit, dass er neue Verstöße begehe.
Einen royalen Auftritt vor Gericht erwartet Experte Blatt laut „Bunte“ nicht – zu viel Trubel. Dennoch dürfte die Unterstützung für Høiby fernab der Kameras bestehen bleiben. Unter anderem deshalb betrachten die Norweger das Königshaus zunehmend kritisch. Zwar gibt es Mitgefühl mit der erkrankten Kronprinzessin, doch die Zustimmung zur Monarchie sinkt.SBE