Viele Kinder nutzen Soziale Medien. © Riedl/dpa
London – Mit 13 Jahren auf TikTok, Instagram, Snapchat und Co. posten und chatten – das will Großbritannien künftig untersagen. Die britische Regierung möchte Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren von diversen Social-Media-Plattformen verbannen. Das kündigte Premierminister Keir Starmer bei einer Pressekonferenz in London an. „Soziale Medien machen Kinder unglücklich“, sagte der Premier. Er betonte zwar, Soziale Medien hätten den Jugendlichen auch Vorteile gebracht. Ein vollständiges Verbot sei angesichts der Risiken und negativer Konsequenzen dennoch die richtige Entscheidung. Starmer kündigte auch Maßnahmen im Bereich der Gaming- und Live-Streaming-Plattformen an. Fremde Erwachsene sollen demnach nicht mehr die Chatfunktion nutzen können, um Kontakt zu Kindern aufzunehmen.
Das Vereinigte Königreich folgt damit dem Vorbild Australiens. Das hatte Ende 2025 als erstes Land der Welt ein generelles Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt. Kritiker mahnen, dass ein Verbot leicht von Teenagern umgangen werden kann. So konnten in Australien viele Jugendliche trotz des Verbots Plattformen weiter nutzen, indem sie etwa auf VPN-Dienste zugriffen oder Konten mit einem gefälschten Geburtstagsdatum anlegten. Auch in Deutschland steht ein Verbot zur Debatte. Aktuell erarbeitet eine Expertenkommission Empfehlungen für konkrete Maßnahmen. Wie die Bildungsministerin des Bundes, Karin Prien (CDU), ankündigte, sollen die Ergebnisse Ende Juni vorgestellt werden.