Badespaß fast überall: Der Blick auf die schematisierte Europakarte.
Brüssel – Gute Nachrichten für Badefans: Wer diesen Sommer zu Hause oder im europäischen Ausland in Seen, Flüssen oder im Meer planschen will, kann das relativ bedenkenlos tun. Ein Bericht der Europäischen Umweltagentur zeigt: Die Wasserqualität von Europas Badegewässern ist überwiegend ausgezeichnet. Für die jährliche Analyse hat die Agentur Daten zu mehr als 22.000 Badestellen in den EU-Staaten sowie Albanien und der Schweiz ausgewertet.
Das Ergebnis: Knapp 85 Prozent der Badestellen wiesen im vergangenen Jahr eine exzellente Wasserqualität auf. 96 Prozent erfüllten immerhin die EU-Mindeststandards. Nur 1,5 Prozent der Gewässer stellte die Agentur ein schlechtes Zeugnis aus. Besonders gut planschen lässt es sich demnach in Zypern und Griechenland. Aber auch Deutschlands Badeplätze an Seen, Flüssen und Meeren schneiden laut EU-Bericht sehr gut ab. Bei 91 Prozent von insgesamt knapp 2300 untersuchten Badestellen war die Wasserqualität exzellent. Damit landet die Bundesrepublik auf Platz 7 der 29 analysierten Länder. Österreich schaffte es auf Platz 4 (96,5 Prozent), die Schweiz landete wie im Vorjahr im Mittelfeld (84,4 Prozent, Platz 16).
Nur an drei deutschen Badestellen rät die Umweltagentur vom Baden ab. Darunter der Badesee Schießtal und der Metzisweiler Weiher in Baden-Württemberg sowie die Badestelle Nord des Riemer Sees in Bayern; hier allerdings hat sich wie berichtet die Lage schon wieder stark verbessert. 26 Badeplätze bekamen die Note „ausreichend“, 136 „gut“ und über 2000 „exzellent“. Der Bericht zeigt jedoch Unterschiede zwischen Küsten- und Binnengewässern. Während 88 Prozent der Badestellen in Küstennähe als ausgezeichnet bewertet wurden, lag dieser Anteil bei Flüssen und Seen bei 78 Prozent.
Ein paar bekannte Beispiele: Exzellent wird die Badequalität bewertet in Jesolo (Italien) und Pomer (Kroatien), an Siziliens Küsten (außer direkt bei Palermo), fast überall in Sardinien und zumeist an der französischen Cote d‘Azur, wenn man nicht in Marseille ins Wasser hüpft. Auf Kreta ist die Badequalität am oft überlaufenen Preveli nur „gut“, ansonsten fast überall exzellent – an der touristisch stark genutzten Nordküste und an den Geheimtipps im Süden von Sougia über Loutro bis Lendas. Am Hauptstrand von Valencia (Spanien) ist die Qualität ebenso top, weiter nördlich nicht. Die fast komplette Atlantikküste Spaniens und Frankreichs ist ebenso mit der Top-Note versehen, wenige Ausnahmen bei Brest und Barakaldo.
Der Bericht der Umweltagentur kommt jedes Jahr zur sommerlichen Badesaison heraus. Er analysiert die Belastung der Gewässer mit Fäkalbakterien – die können bei Menschen zu Krankheiten führen. Nach Angaben der EU ist die anhaltend hohe Wasserqualität auch auf die langfristige Wirkung europäischer Umwelt- und Gewässerschutzvorschriften zurückzuführen. Die Bewertung wurde von der Europäischen Umweltagentur gemeinsam mit der Europäischen Kommission erstellt.