So sieht ein gesunder Buckelwal aus. © Jacome/dpa
Poel – Trotz massiver Zweifel am Erfolg der Aktion will Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) an diesem Samstag auf der Insel Poel die „Rettung“ eines Buckelwals feiern, der kurz nach seiner Freilassung starb. Die Feier ist im Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr im Ortsteil Kirchdorf geplant.
In einer Einladung an die beteiligten Helfer, die der „FAZ“ vorliegt, schreibt Backhaus, nur durch den „unermüdlichen Einsatz aller“ sei es gelungen, den Wal „in seine Heimatgewässer zu geleiten“. Wie das Umweltministerium mitteilt, will man bei einer „kleinen Feier“ mit „kulinarischen Köstlichkeiten“ die Ereignisse rund um die Rettungsaktion noch einmal Revue passieren lassen. Zudem will der Minister laut „NDR“ Ehrenurkunden überreichen. Auf ihnen heißt es über dem Bild eines schwimmenden Buckelwals: „Durch Ihr persönliches Engagement, Ihre Hilfsbereitschaft und Ihre fachliche Unterstützung haben Sie maßgeblich zum Gelingen dieses außergewöhnlichen Einsatzes beigetragen.“
In der Einladung bleibt unerwähnt, dass Fachleute den Erfolg der Aktion grundsätzlich infrage stellen. Der Buckelwal war zuvor in der Wismarer Bucht bei Poel mehrfach gestrandet. Helfer hatten das Tier – entgegen dem Rat von Meeresbiologen – eingecremt, gefüttert und schließlich auf eine Barge gezogen, mit der es in die Nordsee gebracht wurde. Fachleute hatten gewarnt, die Qualen des Transports stünden in keinem Verhältnis zur zu erwartenden restlichen Lebenszeit des Tieres.