Venedig will den Eintritt verzehnfachen

von Redaktion

Statt fünf bis zehn Euro sollen nach den Plänen des neuen Bürgermeisters künftig 50 fällig werden

Beliebt und bestürmt: Die Rialto-Brücke in Venedig ist regelmäßig von Touristen überfüllt. © Bruno/dpa

Venedig – Günstig ist ein Besuch in Venedig schon lange nicht mehr. Zu den ohnehin happigen Preisen kam vor zwei Jahren eine Eintrittsgebühr für die Lagunenstadt, sie lag zwischen fünf und zehn Euro. Das reicht den Venezianern nun nicht mehr. Wenn es nach den Plänen des neuen Bürgermeisters Simone Venturini geht, sollen sie bis auf 50 Euro steigen. Das Zehnfache.

„Mein Programm war klar: die Gebühr zu reformieren und weiterzuentwickeln“, sagte Venturini. Bereits im Wahlkampf hatte er vorgeschlagen, das Eintrittsgeld an bestimmten Tagen, an denen besonders viele Tagestouristen, die nur wenige Stunden in der Innenstadt sind, erwartet werden, zu erhöhen.

So einfach kann Venturini die Gebühr aber wohl nicht weiter erhöhen. Sie sei zwar per Gemeindeverordnung eingeführt, die Obergrenze jedoch durch ein nationales Gesetz festgelegt worden, berichtete das Portal „Il Post“. Daher muss Venturini mit der Regierung in Rom Rücksprache halten, was er nun ankündigte.

Einer seiner Vorgänger, Massimo Cacciari, nannte die Idee „pure Barbarei“, wie die Zeitung „Corriere della Sera“ berichtet. „Es gibt keine andere italienische oder europäische Stadt, in der man auf die Idee käme, Besucher mit einer Eintrittskarte wie in ein Museum einreisen zu lassen“, so der Philosoph.

Laut Venturinis ursprünglichem Vorschlag sollte die Gebühr künftig auch für Venezianer gelten, die nicht in der Stadt wohnen, aber etwa dort arbeiten. Der Verfassungsexperte Ludovico Mazzarolli gab zu bedenken, dass eine Gebühr von 50 Euro die per Verfassung garantierte Freizügigkeit der Bürger einschränken würde. Übernachtungsgäste bleiben weiterhin von den Gebühren unberührt.

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