Bei dem Unfallfahrzeug handelt es sich laut Behörden um einen Tesla Model 3. © ADAC
Martha Avila starb in ihrem Wohnzimmer. © GoFundMe
Der Unfall verwüstete das Haus in Texas. © GoFundMe
Momente vor dem Aufprall: Mit hoher Geschwindigkeit fährt der Tesla auf das Haus zu. © Polizei/X
Katy/Texas – Große Trauer um eine 76-jährige Großmutter in Texas: „Sie hat es nicht verdient, auf diese schreckliche Weise aus dem Leben gerissen zu werden“, klagen ihre Angehörigen gegenüber US-Medien. Martha Avila starb, nachdem sie in Texas von einem Auto erfasst wurde. Dabei befand sich die 76-Jährige zum Zeitpunkt des Unglücks in ihrem eigenen Wohnzimmer – als ein Tesla im Autopilot-Modus die Hauswand durchbrach.
Avila teilte sich ein Einfamilienhaus mit ihrer Tochter Jennifer, ihrem Schwiegersohn Justin Barbour und drei Enkelkindern in einer ruhigen Wohngegend der Kleinstadt Katy. Am 19. Juni zeichnete die Türklingelkamera der Familie auf, wie ein Tesla eine Kreuzung überquert, von der Straße abkommt und mit hoher Geschwindigkeit über den Rasen des Vorgartens auf das Haus zurast. In der nächsten Sekunde durchbrach der Wagen mit solcher Wucht die gemauerte Außenwand, dass er erst in der Mitte des Hauses im Spielzimmer zum Stehen kam.
Jennifer Barbour befand sich gerade im Garten hinter dem Haus, als sie ein lautes Krachen hörte. Dem Sender KHOU sagte sie, dass sie panisch ins Haus gestürmt sei: „Mein Mann und meine Kinder waren unverletzt. Doch als sich der Staub etwas gelegt hatte, fanden wir meine Mutter regungslos unter den Trümmern.“ Avila wurde per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, erlag dort jedoch ihren schweren inneren Verletzungen.
Der Fahrer des Tesla Model 3 überlebte den Unfall mit Knochenbrüchen. Michael Butler gab den Behörden zu Protokoll, dass er mit aktiviertem Fahrassistenzsystem unterwegs gewesen sei. Alex Turman, Sprecher des Harris County Sheriff’s Department: „Wir haben Hinweise darauf, dass er unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten stand.“
Teslas Autopilot-Feature steht seit Jahren erheblich in der Kritik und ist Gegenstand von zahlreichen Untersuchungen, Rückrufen, Klagen und Sicherheitsdebatten. In diesem Fall dauern die Ermittlungen dazu, ob der Autopilot tatsächlich Schuld am Unfalltod trägt, noch an. Denn moderne Fahrassistenzsysteme können zwar Spurführung oder Geschwindigkeitsanpassung übernehmen, setzen dabei jedoch stets eine aktive Reaktionsfähigkeit des Fahrers als Absicherung voraus.
Verliert ein Fahrzeug die Spur, wird ein Objekt nicht als Hindernis erkannt oder reagiert die Geschwindigkeitsregelung ungünstig, ist ein automatisches Stoppen nicht möglich. Robuste Fahrerüberwachung, klar definierte Systemgrenzen und nachvollziehbare Entscheidungswege gelten als grundlegende Anforderungen an eine sichere Assistenztechnologie. Einer Reuters-Auswertung zufolge gab es in den USA bis zum 15. Oktober 2024 insgesamt 45 tödliche Unfälle, bei denen Fahrerassistenzsysteme aktiv waren. 40 betrafen Teslas.ENTERPRESS