Clive Davis mit Superstar Whitney Houston. © A-way!
Clive Davis und Pharrell Williams. © A-way!
Clive Davis und Jennifer Hudson. © A-way!
New York – Der legendäre Musikproduzent Clive Davis, der Stars wie Whitney Houston und Barry Manilow entdeckte, ist tot. Davis sei im Alter von 94 Jahren in New York „friedlich im Kreise seiner Familie und Liebsten an einer altersbedingten Krankheit“ gestorben, hieß es in einer Mitteilung seiner Familie. Zuvor war der Musikproduzent Medienberichten zufolge mit Atemwegsproblemen in einem Krankenhaus gewesen.
„Wir feiern heute nicht nur eine alles überragende Figur, deren Einfluss die Musik für immer verändert hat, sondern auch den Mann, der unsere Familie mit Anmut, Großzügigkeit und Freundlichkeit angeführt hat“, teilte die Familie von Davis mit. „Wir werden ihn sehr vermissen, für immer schätzen und unsere Liebe für ihn den Rest unserer Leben mit uns tragen.“
Neben Houston und Manilow förderte Davis auch Stars und Bands wie Janis Joplin, Santana, Bruce Springsteen, Billy Joel, Pink Floyd, Patti Smith, Alicia Keys und Aerosmith – und prägte damit die Musikgeschichte der vergangenen Jahrzehnte entscheidend mit. Zu seinem 90. Geburtstag hatte sich der Produzent selbst noch eine riesige Party in New York mit dutzenden Stargästen und eine Mini-Dokuserie geschenkt. Ansonsten hatte er sich aber bereits weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.
Davis habe sein Leben verändert, als er ihm einen Plattenvertrag angeboten habe, schrieb Springsteen bei Instagram. „Er hat mich mit demselben Respekt und derselben Freundlichkeit behandelt, als ich ein 22-jähriger Niemand war wie nach all meinen Erfolgen. Ein großartiger Mann.“
Geboren wurde der Produzent 1932 im New Yorker Stadtteil Brooklyn in eine jüdische Familie hinein. Seine Eltern starben kurz nacheinander, als Davis gerade ins College gekommen war. „Ich hatte dann noch 4000 Dollar, um durch das College und das Jura-Studium zu kommen“, sagte der Star-Produzent einmal in einem Interview. Um Stipendien zu bekommen, musste Davis seinen Notendurchschnitt hoch halten. „Das hat mir eine gute Arbeitsmoral eingebracht.“
Nach dem Abschluss arbeitete er als Anwalt und kam schließlich zur Musik-Firma Columbia, bevor er mehrere eigene Labels gründete. Der mehrfache Grammy-Gewinner ist seit dem Jahr 2000 auch Mitglied der Ruhmeshalle des Rock and Roll. Privat scheiterten zwei Ehen, aus denen Davis vier Kinder hat. In seiner 2013 erschienenen Autobiografie „The Soundtrack of My Life“ bekannte sich Davis zu seiner Bisexualität. „Erst im mittleren Alter, nach zwei gescheiterten Ehen, habe ich – wenn es um Beziehungen ging – über das Geschlecht hinausgeschaut.“
Eine seiner bedeutendsten beruflichen Entdeckungen sei Whitney Houston gewesen, sagt Davis im Rückblick. „Wir hatten eine sehr enge berufliche Beziehung von dem Zeitpunkt im Jahr 1983 an, an dem ich sie entdeckt habe. (…) Sie war ein stimmliches Genie. Sie konnte einen Song transformieren und völlig anders machen.“ 2022 erschein mit „I Wanna Dance with Somebody“ ein unter anderem von Davis produzierter Film über die 2012 gestorbene Sängerin.
An seinem Leben habe er „alles geliebt“, sagte Davis vor wenigen Jahren dem „Rolling Stone“. „In die Platten-Branche zu gehen und mein Leben der Musik zu verschreiben, war unglaublich erfüllend.“