Kassensturz beim König

von Redaktion

Im Clarence House neben dem Buckingham Palace wohnt das Königspaar. © Pa

Der Buckingham Palace soll ab dem nächsten Jahr mehr für Touristen geöffnet werden. © EPA

König Charles III. und seine Camilla winken vom Balkon des Buckingham Palastes. Aber sie wohnen nicht dort. © Humphreys/dpa

London – Königs schnallen den Gürtel enger: Mit der erstmaligen Veröffentlichung seiner Steuerzahlungen hat König Charles bekannt gemacht, dass das Budget der Royals kleiner wird. Der Sovereign Grant, das sind die Mittel, die die Königsfamilie vom Staat erhält, sinkt in den kommenden fünf Jahren von 132 Millionen Pfund (153 Millionen Euro) auf 99,9 Millionen Pfund (rund 116 Millionen Euro). Der größte Teil davon fließt in den Erhalt der königlichen Immobilien.

Die Offenlegung seiner privaten Steuerzahlungen ist Teil einer umfassenderen Strategie, der Öffentlichkeit mehr Transparenz zu liefern. Außerdem will man den Briten erklären, welchen Nutzen die Königsfamilie für Großbritannien hat. Seit seinem Amtsantritt als König nach dem Tod von Queen Elizabeth im Jahr 2022 zahlte Charles III. demnach mehr als 30 Millionen Pfund an Steuern.

Charles zahlt sogar freiwillig Steuer

Zu den privaten Einkommensquellen des Königs gehören unter anderem Erträge aus Investitionen und Einnahmen aus seinen privaten Anwesen wie Balmoral in Schottland. Auch das Herzogtum Lancaster (Duchy of Lancaster) verschafft dem Monarchen Jahr für Jahr ein Einkommen. Dabei handelt es sich um ein privates Portfolio aus Landbesitz, Immobilien und Investitionen.

Charles zahlt freiwillig Einkommens- und Kapitalertragssteuer. Die britischen Könige müssen laut Gesetz keine Steuern zahlen. Königin Elizabeth begann aber 1993 damit, freiwillig Einkommens- und Kapitalertragsteuer zu entrichten. Im Zuge des Skandals um den früheren Prinzen Andrew, der jahrelang quasi mietfrei auf einem königlichen Anwesen gelebt hatte, ist der Druck auf das Königshaus noch größer geworden, auch die Finanzen des Königshauses transparenter zu machen. Andrew ist in den Sexskandal um den US-Amerikaner Jeffrey Epstein verstrickt.

Seit Queen Victoria ist der Buckingham-Palast das Symbol der britischen Monarchie. Doch König Charles III. will den klassizistischen Prachtbau in London, der gerade aufwendig renoviert worden ist, nicht bewohnen. Wie aus dem diesjährigen Finanzbericht des Sovereign Grant hervorgeht, soll der Buckingham-Palast nach Abschluss der Renovierung im kommenden Jahr für zeremonielle Zwecke genutzt werden. Staatsbankette, Empfänge für Honoratioren sowie Ordensverleihungen wird es dort weiterhin geben.

König Charles und Königin Camilla wohnen schon seit Langem im Clarence House nebenan. Im Buckingham-Palast werden sie einige private Räume haben, aber London-Touristen dürfen sich freuen, dass der Palast noch stärker für Besucher zugänglich gemacht wird.

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