Verzweifelte Suche nach Verschütteten

von Redaktion

UN gehen von über 50.000 Vermissten aus – Rettungskräfte aus Deutschland auf dem Weg nach Venezuela

Freiwillige Helfer suchen in den Trümmern nach verschütteten Menschen. © Federico Parra/AFP

Nachbarn tragen in La Guaira einen verletzten Mann aus den Trümmern eines Hauses. © Mattey/dpa

Caracas – Zwei Tage nach den schweren Erdstößen in Venezuela wird das Ausmaß der Katastrophe deutlich sichtbar: Tausende Menschen wurden verletzt, viele leben nun die zweite Nacht in Folge unter freiem Himmel, ohne Aussicht auf eine Rückkehr in ihre Häuser.

Hilfsorganisationen im Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ haben mit der Erstversorgung von Verletzten und der Bergung und Rettung von Überlebenden begonnen. „Als Bündnis stellen wir eine Million Euro bereit, um nun sofortige Hilfen zu ermöglichen“, sagt Maria Rüther, Hauptgeschäftsführerin des Bündnisses. „Wir wissen aber, dass auch noch Tage und Wochen nach der Katastrophe weitere Unterstützung benötigt wird, denn viele Menschen werden auch dauerhaft nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren können“. Die ersten Rettungskräfte aus Deutschland haben sich auf den Weg ins Katastrophengebiet gemacht. Vom Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen hob am Freitagvormittag eine erste Militärmaschine des Typs A400M ab. Weitere sollten folgen. An Bord der Bundeswehr-Maschinen sind neben Soldaten zahlreiche Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) sowie tonnenweise Material und Technik. Zu den Hilfsgütern zählen unter anderem Wasserfilter, Feldbetten, Zelte und Generatoren. Nach Angaben der Luftwaffe sollen die Maschinen zunächst auf die Karibikinsel Curaçao fliegen.

Der Flug soll rund viereinhalb Stunden dauern. Danach soll es dann weitergehen zu einem Flugplatz in Venezuela – wohin genau, war zunächst nicht bekannt. Der internationale Flughafen Simón Bolívar im schwer getroffenen Bundesstaat La Guaira war wegen Schäden geschlossen worden.

Zahlreiche Wohnblöcke in der 25.000-Einwohner-Stadt La Guaira sind durch das Doppelbeben beschädigt worden. Auch zwei Fünf-Sterne-Hotels sind eingestürzt. Vereinzelt gibt es Plünderungen. Rettungsmannschaften und Freiwillige klettern durch meterhohe Schutthaufen, immer wieder rufen Menschen die Namen von Vermissten. Die Beben der Stärke 7,2 und 7,5 hatten den Norden und das Zentrum Venezuelas erschüttert – im Abstand von 39 Sekunden. Nach Angaben der Regierung gibt es mindestens 920 Tote, über 3300 Menschen wurden verletzt. Laut den Vereinten Nationen sind mehr als 50.000 Menschen vermisst. „Die Suche in den Trümmern ist eine kolossale Aufgabe“, sagte der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher. Die Bundesregierung hat bislang keine Erkenntnisse über deutsche Staatsangehörige unter den Opfern.

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