Posse um Trumps grünen Pool in Washington

von Redaktion

Der Reflecting Pool in Washington ist jetzt wieder eingezäunt, um ihn vor Vandalismus zu schützen. © Cross/AFP

Washington – Es gibt ein neues Aufreger-Thema in Washington: einen grünlich trüben Pool. US-Präsident Donald Trump hatte das nicht im Sinn gehabt, als er das Wasserbecken entlang der Parkanlage National Mall, an der viele berühmte Denkmäler stehen, renovieren ließ. Mit blauer Farbe – genauer: dem Blau der amerikanischen Flagge – wurde der Reflecting Pool auf sein Geheiß ausgekleidet, damit dieser noch besser die Monumente rundherum reflektiert. Doch das Wasser wurde nach der Renovierung grünlich. Der Fall, der wie eine Posse anmutet, wird immer rätselhafter.

So richtig scheint kein Außenstehender mehr durchzublicken – diesen Eindruck bekommt man zumindest, wenn man Touristen an diesem Wochenende anspricht, die fasziniert oder auch zum Teil belustigt von der Szenerie Fotos machen. Es wird spekuliert, warum das Wasser grün wurde. Spricht man fünf Leute an, bekommt man fünfmal eine andere Geschichte erzählt. Waren Vandalen am Werk? Sind das Algen? Ist das Pfusch beim Renovieren gewesen? Oder ist es, wie ein Mann, der die Trump-Regierung in Schutz nehmen will, behauptet: einfach nur die Reflexion der grünen hohen Bäume um das Wasserbecken? Was alle eint: Niemand will seinen Namen nennen. Manche verweisen auf Überwachungskameras im Umfeld des Pools.

Der Fall zeigt vor allem eines: Es geht hier nicht nur um Wasser. Es geht um die Frage, ob man für oder gegen Trump ist. Eine Frau sagt, der Pool stehe für den Zustand der aktuellen Regierung.

Der Reihe nach: Trump frohlockte, als er Anfang Juni die fertiggestellte Sanierung des Beckens bekannt gab. Der US-Präsident hatte versichert, er habe in seiner Karriere schon viele Swimmingpools bauen lassen und Ahnung davon. Die Beschichtung werde vielleicht 50 bis 100 Jahre halten. „Elf oder zwölf Lastwagenladungen voller Müll“ seien aus dem Becken geholt worden. So etwas hätten seine demokratischen Vorgänger nicht hinbekommen. Mehr als 10 Millionen US-Dollar kostete die Renovierung.

Und dann das: Algen plagen die Anlage laut Experten seit ihrer Wiedereröffnung. Das Becken ist vergleichsweise flach und erwärmt sich im Sommer stark. Arbeiter rückten mit Schläuchen und Saugern an, um gegen die Algen anzukämpfen. Geräte wurden aufgestellt. Seither veränderte sich der Zustand des Wassers immer wieder. Obendrein löste sich Bodenbeschichtung. Trump brachte ein Messer ins Spiel, mit dem die Beschichtung eingerissen worden sei. Und er sprach von ätzenden Chemikalien, die in das Becken gelangt seien.

Trump will Schuldige ausgemacht haben. „Es sind schreckliche Menschen. Sie sind Vandalen“, sagte er am Freitag. Er sprach von sechs Festnahmen – „vielleicht sogar mehr“. Weitere Verdächtige sollten bald gefasst werden. Ins Detail ging Trump nicht. Die Polizei hatte davor die Bevölkerung mit Aufnahmen aufgerufen, bei der Identifizierung einer Person, die sich am Wasserbecken aufhielt, zu helfen. Am Samstag sprach Trumps Innenminister Doug Burgum bei Fox News von bislang sieben Festnahmen.

Das US-Innenministerium teilte diese Woche auf Anfrage mit, dass man zunächst von einem Einzelfall ausgegangen sei. Um Nachahmer nicht zu ermutigen, habe man den Vorfall nicht öffentlich gemacht. Weil man gehofft habe, dass es ein einmaliges Ereignis bleibe.

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