La Guaria – In Venezuela hat die Regierung nach dem verheerenden Doppelerdbeben von vergangener Woche sieben Tage Staatstrauer ausgerufen. „Heute begleiten wir die Familien, die ihre Liebsten verloren haben, und werden für die Verwundeten, weiterhin Verschwundenen und die betroffenen Gemeinschaften beten“, erklärte die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez.
In der besonders betroffenen Region La Guaria setzen Hilfskräfte ihre Suche nach Verschütteten fort. Die staatliche Nachrichtenagentur AVN berichtete, dass alle noch intakten Stadien und überdachten Sporthallen in Notlager umgewandelt worden seien.
Derweil kritisierten internationale Helfer Repressionen der Regierung, die grundlos Spionage fürchte. Der oppositionellen Zeitung „Tal Cual“ sagte ein chilenischer Rettungssucher Francisco Lermanda, dass das Militär Helfern seiner Organisation Topos Chile ohne weitere Gründe die Rückkehr zu Unglücksstellen verboten und dadurch das Leben von Opfern gefährdet habe. Darüber hinaus habe man sie aufgefordert, Fotos von ihren Handys zu löschen. Die Regierung begehe mit der Militarisierung der Katastrophe einen Fehler.
Die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) warnte angesichts der Lage vor einer Verschärfung der Gesundheitskrise. Wegen überlasteter Krankenhäuser, beschädigter Wasser- und Sanitärsysteme sowie unterbrochener Impfprogramme steige das Risiko von Krankheitsausbrüchen. Nach Angaben der Organisation benötigen hunderttausende Menschen weiterhin medizinische Hilfe. Die PAHO rief deshalb zu internationaler Unterstützung auf, um in den kommenden sechs Monaten Medikamente und Impfstoffe zu beschaffen.