Bikini feiert 80. Geburtstag mit Weltrekord

von Redaktion

Der Erfinder des Bikinis, Louis Réard.

Bad Rappenau, Usedom – Der 80. Geburtstag des Bikinis wird mit einem Weltrekord-Versuch gefeiert: Auf der Insel Usedom sollen am Sonntag 1200 bis 1400 Frauen im Bikini zusammenkommen. Ziel ist es, den bisherigen Rekord aus China zu übertreffen, wie das BikiniArtmuseum (BAM) mit Sitz in Bad Rappenau (Baden-Württemberger) dem Evangelischen Pressedienst (epd) mitteilte. 2012 nahmen in Huludao 1085 Frauen an einer Bikini-Parade teil. Wer möchte, kann sich dem Rekordversuch auf Usedom noch spontan anschließen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Als Geburtstag des Zweiteilers gilt laut dem Museum der 5. Juli 1946. Damals ließ der Ingenieur Louis Réard den Bikini in Paris präsentieren. Da kein Model seinen Körper in das für damalige Verhältnisse skandalös kleine Kleidungsstück stecken wollte, musste Réard eine Nackttänzerin engagieren.

Passend zur gesellschaftlichen Sprengkraft des Kleidungsstücks gab Réard dem Zweiteiler einen klangvollen Namen: Bikini – benannt nach dem Bikini-Atoll in der Südsee, auf dem die USA zuvor Atombombenversuche durchgeführt hatten.

Die Reaktion darauf war eindeutig: Der Bikini galt als unsittlich, in seiner Freizügigkeit für viele schlicht untragbar. Was heute selbstverständlich wirkt, war damals ein Bruch mit den geltenden Moralvorstellungen. Die Nachkriegszeit der 1940er- und 1950er-Jahre war in vielen westlichen Gesellschaften von konservativen Wertvorstellungen geprägt. Weiblichkeit wurde häufig mit Zurückhaltung, Anstand und einer klaren Abgrenzung von Sexualität verbunden. Badebekleidung sollte den Körper verhüllen, nicht betonen. Entsprechend wurde der Bikini in vielen Ländern zunächst verboten oder zumindest sozial geächtet.

Zum gesellschaftlichen Durchbruch verhalf dem Bikini laut dem BAM unter anderem die Schauspielerin Ursula Andress. Ihr Auftritt im elfenbeinfarbenen Bikini im 1962 erschienenen Film „James Bond – 007 jagt Dr. No“ ist eine der berühmtesten Filmszenen. Der Bikini wurde 2022 bei einer Auktion für mehr als 240.000 Dollar versteigert.

Ebenfalls Filmgeschichte schrieb der Metall-Bikini von Prinzessin Leia aus „Star Wars – Die Rückkehr der Jedi-Ritter“. Schauspielerin Carrie Fisher verkörperte die Prinzessin in dem 1983 erschienenen Film. „Die Szene sorgt bis heute für kontroverse Diskussionen über Sexismus und Objektifizierung“, erklärt das BAM dazu. Dies mache den Bikini noch mehr zu einem Stück ikonischer Filmgeschichte. Der Original-Bikini ist seit April 2025 im BAM in einem eigens inszenierten Star-Wars-Bereich ausgestellt. Er wurde für rund 175.000 Dollar ersteigert.

Als historisch wertvollster Bikini gilt laut dem Museum eine Einzelanfertigung des Erfinders: der „Goldene Réard“.

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